Selektive Photothermolyse
Die selektive Photothermolyse ist das Grundprinzip fast aller Laserbehandlungen der Haut. Licht einer bestimmten Wellenlänge wird gezielt von einer Zielstruktur aufgenommen und dort in Wärme umgewandelt, während das umliegende Gewebe geschont bleibt. Auf diesem Prinzip beruhen Haarentfernung, Pigment und Gefäßbehandlungen ebenso wie die Entfernung von Tätowierungen.
Die drei Bedingungen
Damit die Behandlung selektiv wirkt, müssen drei Punkte zusammenkommen: Das Licht muss von der Zielstruktur stärker aufgenommen werden als vom umliegenden Gewebe, die Energie muss ausreichen, um die Struktur zu schädigen, und der Puls muss kurz genug sein, damit die Wärme nicht in die Umgebung abfließt.
Wellenlänge und Ziel
Jede Zielstruktur nimmt Licht in einem charakteristischen Bereich auf. Diese Zielstrukturen heißen Chromophore, im Wesentlichen Melanin, Blutfarbstoff und Wasser. Aus der Wahl der Wellenlänge ergibt sich damit, ob ein Gerät Haare, Pigmente oder Gefäße behandelt, siehe Laserbehandlungen.
Die Rolle der Pulsdauer
Jede Struktur braucht eine bestimmte Zeit, um ihre Wärme an die Umgebung abzugeben. Ist der Puls kürzer als diese Zeit, bleibt die Hitze im Ziel. Große Strukturen wie ein Haarfollikel vertragen längere Pulse, feinste Pigmentpartikel verlangen extrem kurze, wie sie Q switched Laser und Pikosekundenlaser liefern.
Energie und Kühlung
Die eingebrachte Energiemenge pro Fläche wird als Fluenz angegeben. Zu wenig Energie bleibt wirkungslos, zu viel schädigt die Umgebung. Weil Melanin in der Oberhaut ebenfalls Licht aufnimmt, wird die Hautoberfläche gekühlt. Der Fitzpatrick Hauttyp bestimmt mit, welche Einstellungen sicher sind.
Anwendung in der Praxis
Bei der Haarentfernung ist das Ziel das Melanin im Haar, bei der Tattooentfernung das Pigment, bei der Behandlung erweiterter Äderchen der Blutfarbstoff und bei ablativen Verfahren das Wasser in der Haut, siehe ablative Laser. Auch die IPL Behandlung nutzt das Prinzip, allerdings mit einem breiten Lichtspektrum statt einer einzelnen Wellenlänge.
Grenzen
Fehlt der Kontrast zwischen Ziel und Umgebung, versagt das Prinzip. Deshalb sind helle Haare schwer zu behandeln und dunkle Hauttypen anspruchsvoller, weil das Melanin der Haut mit dem Ziel konkurriert. Daraus entstehen die typischen Risiken, etwa Hyperpigmentierung oder Hypopigmentierung.
Häufige Fragen
Warum brauche ich mehrere Sitzungen?
Weil sich Zielstrukturen in unterschiedlichen Zuständen befinden, etwa Haare in verschiedenen Wachstumsphasen.
Warum gibt es so viele Lasertypen?
Weil jede Zielstruktur eine andere Wellenlänge und Pulsdauer verlangt.
Ist eine gebräunte Haut ein Problem?
Ja. Mehr Melanin in der Oberhaut erhöht das Risiko für Verbrennungen und Pigmentverschiebungen.
Kann ein Gerät alles behandeln?
Kombigeräte decken mehrere Wellenlängen ab. Ein einzelner Laser deckt nie das gesamte Spektrum ab.
Warum wird die Haut während der Behandlung gekühlt?
Weil das Melanin der Oberhaut ebenfalls Energie aufnimmt. Die Kühlung schützt die Oberfläche, während die Wärme im Ziel wirkt.
Warum wird vorher ein Probeareal behandelt?
Um die Reaktion der Haut auf die gewählten Einstellungen zu prüfen, bevor eine größere Fläche behandelt wird.
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