Postinflammatorische Hyperpigmentierung
Die postinflammatorische Hyperpigmentierung, abgekürzt PIH, ist eine bräunliche bis graubraune Verfärbung der Haut, die nach einer Entzündung an genau der betroffenen Stelle zurückbleibt. Der Name sagt es wörtlich: eine verstärkte Pigmentierung nach einer Entzündung. Sie ist keine Narbe, sondern eine Farbveränderung bei ansonsten unversehrter Hautstruktur.
Wie sie entsteht
Bei einer Entzündung werden die pigmentbildenden Zellen der Oberhaut angeregt und produzieren vermehrt Melanin. Ein Teil dieses Pigments bleibt in der Oberhaut, ein Teil sinkt in tiefere Schichten ab, wo es von Fresszellen aufgenommen wird. Wo das Pigment liegt, entscheidet über Farbe und Dauer: Oberflächliches Pigment wirkt eher braun und verblasst schneller, tiefer liegendes erscheint gräulich blau und hält deutlich länger an.
Typische Auslöser
Am bekanntesten ist Akne, weshalb viele die Flecken zunächst für Aknenarben halten, obwohl die Haut nicht eingesunken, sondern nur verfärbt ist. Weitere Auslöser sind Ekzeme, Insektenstiche, Verletzungen und das Ausdrücken von Unreinheiten. In der ästhetischen Medizin gehört PIH zu den bekannten Nebenwirkungen von Verfahren, die bewusst einen Reiz setzen, etwa nach einem chemischen Peeling, nach ablativen Lasern, nach fraktionierter Lasertherapie oder nach einer IPL Behandlung. Sonnenlicht in der Heilungsphase verstärkt die Reaktion deutlich.
Wer besonders betroffen ist
Je mehr Pigment die Haut von Natur aus bildet, desto ausgeprägter fällt die Reaktion aus. Höhere Hauttypen nach der Einteilung des Fitzpatrick Hauttyps sind daher deutlich häufiger betroffen. Aus diesem Grund werden Energiegeräte bei diesen Hauttypen zurückhaltender eingestellt und schonendere Verfahren bevorzugt. Auch eine bereits durchgemachte PIH in der Vorgeschichte gilt als Hinweis auf ein erhöhtes Risiko.
Verlauf
Die Verfärbung ist grundsätzlich rückbildungsfähig, das kann aber viele Monate dauern, bei tiefer liegendem Pigment auch länger. Entscheidend für den Verlauf ist, ob die auslösende Entzündung beendet ist. Solange weiter Unreinheiten entstehen oder ein Ekzem aktiv ist, kommen laufend neue Flecken hinzu, während alte verblassen. Der Behandlung der Grunderkrankung kommt deshalb Vorrang zu.
Behandlung und Vorbeugung
Der wichtigste Baustein ist konsequenter Sonnenschutz, denn ohne ihn dunkeln vorhandene Flecken nach und die Rückbildung verzögert sich. Ergänzend kommen aufhellende Wirkstoffe in ärztlich abgestimmter Anwendung in Betracht sowie oberflächliche Peelings. Energiebasierte Verfahren sind zweischneidig, weil sie ihrerseits eine PIH auslösen können, und werden nur zurückhaltend und nach Abklingen der Entzündung eingesetzt. Vorbeugend gilt: Reize vermeiden, an Unreinheiten nicht manipulieren, nach jeder reizenden Behandlung strikt vor Sonne schützen und die Nachsorgehinweise einhalten.
Häufige Fragen
Ist PIH eine Narbe?
Nein. Bei einer Narbe ist die Struktur der Haut verändert, hier ist nur die Farbe betroffen.
Wie lange dauert es, bis die Flecken verschwinden?
Häufig Monate. Tiefer liegendes Pigment braucht länger, eine verlässliche Zeitangabe lässt sich nicht machen.
Hilft Sonne beim Verblassen?
Im Gegenteil. Sonne verstärkt die Pigmentierung und ist der häufigste Grund, warum Flecken bestehen bleiben.
Kann ich sie mit einer Laserbehandlung entfernen lassen?
Das ist möglich, aber heikel, weil der Reiz erneut Pigment auslösen kann. Die Einschätzung gehört in ärztliche Hände.
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