Lipofilling
Lipofilling, auch Eigenfetttransfer oder autologer Fettgewebstransfer genannt, beschreibt die Entnahme von körpereigenem Fett an einer Stelle und die Reinjektion an einer anderen. Das Verfahren verbindet eine Fettabsaugung mit einer anschließenden Aufbereitung und gezielten Wiedereinbringung des Fetts. Beliebte Spenderzonen sind Bauch, Hüften und Oberschenkel. Häufige Empfängerzonen sind Gesicht, etwa Wangen und Tränenrinne, sowie Brust und Gesäß.
Ablauf
Das Verfahren läuft in drei Schritten ab. Zunächst wird Fett mit feinen Kanülen schonend abgesaugt. Die Entnahme erfolgt meist in örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose, abhängig von der Menge und der behandelten Region. Anschließend wird das gewonnene Fettgewebe aufbereitet, also durch Zentrifugieren oder Filtern von Blut, Flüssigkeit und beschädigten Zellen befreit. So bleiben möglichst intakte und vitale Fettzellen übrig. Im letzten Schritt injizieren die Operateure das gereinigte Fett mit feinsten Kanülen in vielen kleinen Tröpfchen in die Zielregion. Die tröpfchenweise Verteilung ist wichtig, damit jede Fettzelle Anschluss an die Blutversorgung findet und nicht von Nachbarzellen verdrängt wird.
Indikation
Lipofilling eignet sich zum Aufbau von Volumen an verschiedenen Körperregionen. Typische ästhetische Anwendungen sind die Brustvergrößerung mit Eigenfett, die Gesichtsverjüngung, der BBL sowie das Auffüllen von Narben oder Asymmetrien. Im Gesicht lassen sich damit eingefallene Wangen, die Tränenrinne oder ältere Aknenarben weicher gestalten. Über die Ästhetik hinaus wird der Eigenfetttransfer auch rekonstruktiv eingesetzt, etwa zur Verbesserung von Gewebeschäden nach einer Strahlentherapie oder zur Konturangleichung nach einer Brustrekonstruktion. Ein Vorteil gegenüber Implantaten oder Fremdfillern ist, dass körpereigenes Material verwendet wird und keine Unverträglichkeit gegen Fremdstoffe auftritt.
Einheilung und Überlebensrate
Nicht das gesamte transplantierte Fett wächst dauerhaft an. Ein Teil der Fettzellen wird vom Körper wieder abgebaut, die Resorptionsrate liegt je nach Region und Technik bei etwa 30 bis 50 Prozent. Fettgewebe, das die ersten Tage nach der Transplantation übersteht und Anschluss an die Blutversorgung findet, bleibt dauerhaft erhalten. Wegen dieser Resorption wird das Zielvolumen häufig leicht höher angelegt oder die Behandlung in mehreren Sitzungen wiederholt. Die endgültige Beurteilung des Ergebnisses ist erst nach einigen Monaten sinnvoll, wenn der Körper den resorbierbaren Anteil abgebaut hat. Rauchen, wenig Bewegung und eine schlechte Durchblutung der Empfängerregion können das Einheilen zusätzlich beeinträchtigen.
Risiken
Zu den möglichen Komplikationen zählen Blutergüsse, Konturunregelmäßigkeiten, Unter- oder Überkorrektur, Asymmetrien und vorübergehende Gefühlsstörungen der Haut. Kapseln sich abgestorbene Fettzellen ein, können sich Ölzysten oder Verkalkungen bilden. Diese sind meist harmlos, können in der Brust aber in der Mammographie als verdächtige Verschattungen auffallen und weitere Abklärungen nötig machen. Rauchen, Übergewicht und Diabetes verschlechtern die Einheilung und erhöhen das Komplikationsrisiko. Eine schwerwiegende, wenn auch seltene Komplikation der Fettinjektion ist die Fettembolie.
Kosten
Die Kosten für ein Lipofilling beginnen je nach Umfang und behandelter Region ab etwa 2.500 Euro und steigen mit der Anzahl der Sitzungen sowie der Größe der Spender- und Empfängerareale. Da häufig mehrere Sitzungen nötig sind, sollte der Gesamtaufwand vorab besprochen werden. Bei rein ästhetischer Anwendung tragen Patientinnen und Patienten die Kosten selbst.
Häufige Fragen
Wie viel vom eingebrachten Fett bleibt erhalten? Etwa die Hälfte bis zwei Drittel, der Rest wird vom Körper resorbiert. Das eingeheilte Fett bleibt dauerhaft.
Sind mehrere Sitzungen nötig? Bei größeren Volumen, etwa an der Brust, ist ein Aufbau in mehreren Sitzungen üblich, um das Einheilen zu sichern und Ölzysten zu vermeiden.
Hinterlässt Lipofilling Narben? Die feinen Einstiche für Absaugung und Injektion sind klein und meist kaum sichtbar. Den Verlauf schätzt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt ein.
Siehe auch
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