Akzessorische Brustdrüse
Als akzessorische Brustdrüse bezeichnet man zusätzliches Brustdrüsengewebe außerhalb der eigentlichen Brust. Am häufigsten liegt es in der Achselhöhle oder am seitlichen Rand der Brust. Es handelt sich um eine angeborene Variante und nicht um eine Erkrankung.
Warum es entsteht
In der Embryonalzeit verläuft beidseits eine sogenannte Milchleiste von der Achselhöhle bis zur Leiste. Normalerweise bildet sie sich bis auf die Anlage der Brust zurück. Bleiben Reste bestehen, entsteht daraus zusätzliches Drüsengewebe, seltener auch eine zusätzliche Brustwarze. Beides kann ein oder beidseitig auftreten.
Wie es sich zeigt
Typisch ist eine weiche Vorwölbung in der Achsel, die viele als störenden Wulst über dem BH Rand wahrnehmen. Sie ist von einem reinen Fettpolster oft nur schwer zu unterscheiden, verhält sich aber anders: Drüsengewebe reagiert auf Hormone und schwankt daher im Zyklus. Beschwerden entstehen durch Spannen, Reibung und Einschränkungen bei der Kleiderwahl.
Verhalten unter Hormoneinfluss
Vor der Regelblutung kann der Bereich spannen und anschwellen. Deutlich wird die Anlage häufig erst in einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit, wenn das Gewebe anschwillt und in seltenen Fällen sogar Sekret bildet. Diese Phase ist unangenehm, klingt aber nach dem Abstillen wieder ab.
Abklärung
Zur Untersuchung gehören das Tasten im Seitenvergleich und der Ultraschall, mit dem sich Drüsengewebe von Fettgewebe und von vergrößerten Lymphknoten unterscheiden lässt. Wichtig ist die Abgrenzung zu anderen Ursachen einer Schwellung in der Achsel. Neu aufgetretene, harte oder einseitige Knoten gehören immer ärztlich beurteilt, unabhängig vom Alter.
Behandlung
Ohne Beschwerden ist keine Behandlung nötig. Stört der Befund, kommt bei überwiegendem Fettanteil eine Absaugung in Frage, die nur kleine Zugänge hinterlässt. Echtes Drüsengewebe lässt sich damit nur begrenzt entfernen, dann ist die operative Entfernung über einen Schnitt in der Achselfalte der zuverlässigere Weg. Die Schnittführung folgt einer Hautfalte, ähnlich wie beim axillären Zugang zur Brust.
Nach dem Eingriff
Die Achselregion bewegt sich viel, weshalb Schonung und angepasste Kompression wichtig sind. Mögliche Komplikationen sind Serom, Hämatom, eine vorübergehende Gefühlsstörung an der Oberarminnenseite und eine auffällige Narbenbildung. Deodorant und Rasur im Bereich der Narbe werden zunächst pausiert, siehe Narbenpflege nach der Operation.
Häufige Fragen
Ist das gefährlich?
Nein, es ist eine gutartige Variante. Da es sich um Drüsengewebe handelt, gilt aber dieselbe Aufmerksamkeit wie für die Brust.
Verschwindet es beim Abnehmen?
Der Fettanteil kann kleiner werden, das Drüsengewebe bleibt bestehen.
Reicht eine Absaugung?
Bei überwiegendem Fettanteil ja. Bei festem Drüsengewebe bleibt oft ein tastbarer Rest.
Kommt es nach der Entfernung zurück?
Entferntes Gewebe wächst nicht nach. Verbliebene Anteile können unter Hormoneinfluss erneut auffallen.
Kann ich damit stillen?
Die eigentliche Brust ist davon unabhängig. Zusätzliches Gewebe kann in der Stillzeit anschwellen.
Wird die Krankenkasse beteiligt?
Bei Beschwerden ist eine Prüfung möglich, siehe Kostenübernahme. Rein störende Kontur gilt als ästhetisch.
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