Sensibilitätsstörung
Als Sensibilitätsstörung werden Veränderungen des Gefühls in der Haut bezeichnet, etwa Taubheit, Kribbeln, ein pelziges Gefühl oder eine gesteigerte Empfindlichkeit. Nach Operationen sind solche Veränderungen im Operationsgebiet häufig und in den meisten Fällen vorübergehend.
Wie sie entsteht
Bei jedem Schnitt und bei jeder Ablösung von Gewebe werden feine Hautnerven durchtrennt oder gedehnt. Das Versorgungsgebiet dieser Nerven fühlt sich dann verändert an. Zusätzlich drückt die Schwellung in der frühen Phase auf Nervenfasern, was den Effekt verstärkt und mit abklingender Schwellung nachlässt.
Formen
Am bekanntesten ist die Taubheit, also ein vermindertes Gefühl. Daneben treten Missempfindungen wie Kribbeln, Ameisenlaufen oder ein Ziehen auf, ebenso eine Überempfindlichkeit, bei der Berührung oder Kleidung unangenehm ist. Auch ein verändertes Temperaturempfinden im betroffenen Areal kommt vor.
Verlauf
Feine Hautnerven regenerieren langsam. Das Gefühl kehrt daher meist über Wochen bis Monate schrittweise zurück, oft von den Rändern eines tauben Bezirks her nach innen. Kribbeln in dieser Phase wird häufig als Zeichen der Regeneration erlebt. Bei einzelnen Patienten bleibt ein kleiner Bezirk dauerhaft verändert, insbesondere unmittelbar entlang der Narbe. Über diese Möglichkeit wird im Aufklärungsgespräch informiert, weil sie zu den bekannten Folgen zählt und keine Komplikation im engeren Sinn darstellt.
Umgang im Alltag
Vorsicht ist bei Wärme und Kälte geboten. In einem tauben Areal werden Hitze und Kälte nicht zuverlässig wahrgenommen, weshalb Wärmflaschen, Kühlpacks direkt auf der Haut, heiße Duschen und intensive Sonne ein Verletzungsrisiko bergen. Halten Sie sich an die Vorgaben Ihrer Praxis zu Kühlung und Wärme.
Dasselbe gilt für Rasur und Körperpflege im betroffenen Bereich, weil kleine Verletzungen nicht bemerkt werden. Kontrollieren Sie die Haut in tauben Arealen deshalb regelmäßig mit den Augen, statt sich auf das Gefühl zu verlassen. Bei Eingriffen an Brust oder Bauch betrifft die Veränderung häufig auch Areale, mit denen man sonst unbewusst Temperatur prüft, etwa beim Baden von Kindern, worauf im Alltag zu achten ist.
Wann abklären
Ärztlich beurteilt werden sollte ein Taubheitsgefühl, das sich über Monate gar nicht zurückbildet oder sich ausweitet, ebenso neu auftretende Störungen nach zwischenzeitlicher Besserung, brennende oder einschießende Schmerzen sowie eine Kraftminderung, denn Letztere betrifft nicht die Hautnerven. Weitere Zeichen, die nicht abgewartet werden sollten, nennt der Beitrag zu Warnsignalen nach der Operation.
Häufige Fragen
Wie lange bleibt die Taubheit?
Häufig Wochen bis Monate. Der Verlauf ist individuell und hängt von Eingriff und Ausdehnung ab.
Ist Kribbeln ein gutes Zeichen?
Es wird häufig im Zusammenhang mit der Regeneration von Nervenfasern beobachtet. Starke, brennende oder einschießende Schmerzen gehören dagegen abgeklärt.
Kann das Gefühl dauerhaft verändert bleiben?
Ja, das ist möglich, meist begrenzt auf einen kleinen Bezirk nahe der Narbe. Darüber wird im Aufklärungsgespräch informiert.
Was hilft bei Überempfindlichkeit?
Weiche Kleidung und vorsichtige Gewöhnung werden häufig empfohlen. Besprechen Sie anhaltende Beschwerden in der Praxis, statt sie selbst zu behandeln.
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