Subfasziale Platzierung
Bei der subfaszialen Platzierung liegt das Brustimplantat unter der Faszie des großen Brustmuskels, aber über dem Muskel selbst. Die Faszie ist eine dünne, feste Bindegewebsschicht. Die Technik ist ein Mittelweg zwischen der Lage über dem Muskel und der submuskulären Platzierung.
Die Ebene im Detail
Zwischen Brustdrüse und Muskel liegt die Faszie als straffe Hülle. Wird sie vom Muskel gelöst und das Implantat darunter eingebracht, bleibt der Muskel unversehrt. Die Faszie legt sich als zusätzliche Schicht über den oberen Rand des Implantats. Der Zugang erfolgt wie bei anderen Ebenen über die Unterbrustfalte, den Warzenhofrand oder die Achsel.
Was dafür spricht
Da der Muskel nicht durchtrennt wird, entfällt die Animationsverformung, also das sichtbare Verziehen der Brust beim Anspannen. Das ist besonders für sportlich aktive Menschen relevant. Die Erholung verläuft häufig weniger schmerzhaft als bei einer Ablösung des Muskels. Gegenüber der reinen Lage über dem Muskel bietet die Faszie eine zusätzliche Deckung am oberen Pol, was den Übergang etwas weicher erscheinen lassen kann.
Was dagegen spricht
Die Faszie ist dünn und ersetzt keine Muskeldeckung. Bei sehr schlanken Personen mit wenig Drüsengewebe bleibt das Risiko für sichtbare Ränder und Rippling höher als bei einer Lage unter dem Muskel. Auch die Beurteilbarkeit in der Mammografie ist bei Lagen vor dem Muskel eingeschränkter. Die Datenlage zur Kapselfibrose im Vergleich der Ebenen wird uneinheitlich diskutiert, weshalb hier keine pauschale Aussage möglich ist.
Für wen sie in Frage kommt
Sinnvoll ist die Ebene vor allem bei ausreichend eigenem Weichteilmantel, also einer gut greifbaren Gewebeschicht über dem oberen Brustpol. Bei sehr dünner Decke wird meist eine muskelgedeckte Variante bevorzugt. Bei leichter Erschlaffung kann die Kombination mit einer Straffung nötig sein, weil die Ebene selbst keine Hebung bewirkt.
Abgrenzung zu anderen Ebenen
Über dem Muskel liegt das Implantat direkt unter der Drüse, unter dem Muskel wird der große Brustmuskel teilweise abgelöst. Beim Dual Plane wird kombiniert: oben Muskeldeckung, unten direkter Kontakt zur Drüse. Die subfasziale Variante bleibt vor dem Muskel und nutzt lediglich dessen Hülle als zusätzliche Schicht. In der Beratung lohnt die Frage, wie dick die eigene Weichteildecke am oberen Pol tatsächlich ist, denn daraus ergibt sich die Ebene meist von selbst. Gemessen wird dazu die Hautfalte oberhalb der Brust, teils ergänzt durch Ultraschall.
Unabhängig von der Ebene bleiben Volumen, Breite und Profil die Größen, die über die spätere Form entscheiden. Die Ebene bestimmt vor allem, wie der Übergang am oberen Pol wirkt und wie sich die Brust bei Anspannung verhält.
Häufige Fragen
Ist die Erholung kürzer als unter dem Muskel?
Häufig wird sie als weniger schmerzhaft beschrieben, weil kein Muskel durchtrennt wird. Die Schonungsvorgaben bleiben dennoch bestehen.
Sieht man den Implantatrand?
Das hängt vor allem von der Dicke des eigenen Gewebes ab, weniger von der Faszie selbst.
Kann die Ebene später gewechselt werden?
Ja, ein Ebenenwechsel ist im Rahmen eines Revisionseingriffs möglich und wird bei sichtbaren Rändern erwogen.
Eignet sie sich für Sportlerinnen?
Sie wird häufig gerade deshalb gewählt, weil der Brustmuskel in seiner Funktion unberührt bleibt.
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