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Vergleich Plastischer Chirurgen

Dieser Vergleich basiert auf öffentlich verfügbaren Informationen und dient nur zur Orientierung. Bitte konsultieren Sie vor einer Behandlung persönlich einen qualifizierten Facharzt.
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Kapselfibrose

Die Kapselfibrose ist die häufigste Spätkomplikation nach einer Brustvergrößerung mit Implantaten. Um jedes Implantat bildet der Körper eine dünne Bindegewebskapsel. Verdickt und zieht sich diese Kapsel zusammen, verhärtet sich die Brust, kann sich verformen und in ausgeprägten Fällen schmerzen. Mehr zur Brustvergrößerung selbst steht unter Brustvergrößerung.

Was ist eine Kapselfibrose

Jedes Implantat ist ein Fremdkörper. Der Körper reagiert darauf mit der Bildung einer Bindegewebshülle, der Kapsel, die das Implantat umschließt. Das ist zunächst ein normaler und erwünschter Vorgang, der dem Implantat Halt gibt. Von einer Kapselfibrose spricht man erst, wenn diese Kapsel übermäßig verdickt, sich verfestigt und zusammenzieht. Dadurch kann sich das Implantat verhärten, verschieben oder verformen.

Schweregrade nach Baker

Die Ausprägung wird nach der Baker Klassifikation in vier Grade eingeteilt:

GradBefundBehandlungsbedarf
Grad IBrust weich, unauffällig, keine Beschwerdenkein
Grad IIleichte Verhärtung, optisch unauffälligin der Regel kein
Grad IIIdeutliche Verhärtung, sichtbare Formveränderungja
Grad IVharte, schmerzhafte Brust, deutliche Deformationja

Behandlungsbedürftig sind in der Regel die Grade III und IV, da sie zu ästhetischen und funktionellen Beeinträchtigungen führen.

Häufigkeit

Studien nennen für die ersten Jahre nach der Operation eine Bandbreite von etwa 2 bis 10 Prozent. Mit zunehmender Tragedauer steigt das Risiko leicht an. Eine Kapselfibrose kann früh, häufiger aber erst Jahre nach dem Eingriff auftreten.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen sind nicht abschließend geklärt, mehrere Faktoren gelten als begünstigend:

  • eine bakterielle Besiedelung der Implantatoberfläche mit Bildung eines Biofilms, oft als unterschwellige Infektion
  • Nachblutungen (Hämatome) und Flüssigkeitsansammlungen (Serome) nach der Operation
  • eine überschießende Reaktion des Bindegewebes
  • ein beschädigtes oder gerissenes Implantat
  • Implantateigenschaften, wobei glatte Oberflächen häufiger mit einer Kapselfibrose in Verbindung gebracht werden als texturierte

Symptome

Erste Anzeichen sind ein zunehmendes Festigkeitsgefühl und eine Verhärtung der Brust. Später können eine sichtbare Verformung, ein Höher- oder Engerstehen des Implantats, ein Spannungsgefühl sowie Schmerzen hinzukommen. Treten solche Veränderungen auf, sollte die behandelnde Praxis aufgesucht werden.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch Tast- und Sichtbefund und die Einordnung nach Baker. Ergänzend kommen bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder MRT zum Einsatz, um die Kapsel, die Lage und den Zustand des Implantats zu beurteilen und einen Defekt auszuschließen.

Behandlung

Bei den Graden III und IV ist meist eine Operation nötig. Dabei wird die verdickte Kapsel eingeschnitten (Kapsulotomie) oder vollständig entfernt (Kapsulektomie), in der Regel zusammen mit einem Austausch des Implantats. Häufig wird zusätzlich die Lage gewechselt, etwa unter den Brustmuskel, um das Rückfallrisiko zu senken. Die genaue Vorgehensweise richtet sich nach Befund und Voroperation.

Vorbeugen

Vollständig verhindern lässt sich eine Kapselfibrose nicht. Risikomindernd wirken eine sorgfältige, keimarme Operationstechnik, eine sichere Blutstillung sowie die Wahl von Implantat und Implantatebene durch erfahrene Operateure. Regelmäßige Nachkontrollen helfen, Veränderungen früh zu erkennen.

Kosten

Wurde die ursprüngliche Brustvergrößerung aus ästhetischen Gründen als Selbstzahlerleistung durchgeführt, sind auch die Korrektur einer Kapselfibrose und der Implantatwechsel in der Regel privat zu tragen und beginnen ab etwa 4.500 Euro, zuzüglich Anästhesie und stationärem Aufenthalt. War die ursprüngliche Operation medizinisch begründet, etwa nach einer Brustkrebsbehandlung, kann eine Kostenübernahme infrage kommen. Klären Sie dies vorab mit Ihrer Kasse.

Häufige Fragen

Ab welchem Grad muss eine Kapselfibrose behandelt werden? In der Regel ab Baker Grad III, also bei deutlicher Verhärtung mit sichtbarer Formveränderung, sowie bei Grad IV mit harter, schmerzhafter Brust.

Wann tritt eine Kapselfibrose auf? Sie kann früh nach der Operation, häufiger aber erst nach Jahren entstehen. Das Risiko steigt mit der Tragedauer leicht an.

Kann eine Kapselfibrose erneut auftreten? Ja, auch nach einer Korrektur ist ein erneutes Auftreten möglich. Ein Wechsel der Implantatebene und eine sorgfältige Technik senken das Risiko.

Lässt sich eine Kapselfibrose ohne Operation behandeln? Leichte Grade benötigen meist keine Behandlung. Bei den höheren Graden ist eine Operation in der Regel die wirksame Option, einfache Maßnahmen wie Massagen beheben die verfestigte Kapsel nicht.

Siehe auch

Verwandte Themen: Brustvergrößerung, Bruststraffung und weitere Begriffe im Glossar Plastische Chirurgie.