Osteotomie
Als Osteotomie bezeichnet man die gezielte Durchtrennung eines Knochens, um seine Form oder Stellung zu verändern. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich Knochenschnitt. In der plastischen und ästhetischen Chirurgie begegnet er vor allem in der Nasenchirurgie und bei Eingriffen am Kinn.
Das Prinzip
Knorpel lässt sich formen, schneiden und mit Nähten in eine neue Lage bringen. Knochen nicht. Wo also die knöcherne Grundlage einer Region die Form vorgibt, muss der Chirurg den Knochen kontrolliert durchtrennen, das Segment neu ausrichten und in dieser Position ausheilen lassen. Der Schnitt erfolgt mit feinen Meißeln, oszillierenden Sägen oder Ultraschallinstrumenten, die das umliegende Weichgewebe schonen sollen. Anschließend wächst der Knochen in der neuen Stellung wieder zusammen.
Osteotomie in der Nasenchirurgie
Bei der Rhinoplastik betrifft der knöcherne Anteil das obere Drittel der Nase, also den Nasenrücken und die seitlichen Nasenwände. Wird ein Höcker abgetragen, entsteht an der Oberseite häufig eine flache, offene Fläche. Um den Nasenrücken danach wieder zu schließen und die Seitenwände zusammenzuführen, werden sie durchtrennt und nach innen bewegt. Ebenso lässt sich damit eine seitliche Abweichung der Nase begradigen oder eine sehr breite knöcherne Basis schmaler gestalten. Weichteil- und Knorpelanteile der Nasenspitze bleiben davon unberührt, sie werden über andere Techniken geformt, etwa mit einem Spreader Graft. Steht zusätzlich eine Verbesserung der Nasenatmung im Raum, wird häufig eine Septumkorrektur mit dem Eingriff verbunden. Eine Übersicht zum Gesamteingriff finden Sie unter Nasenoperation.
Osteotomie am Kinn
Am Kinn wird der vordere Anteil des Unterkiefers durchtrennt und nach vorn, hinten, oben oder unten versetzt, um die Proportionen des unteren Gesichtsdrittels zu verändern. Dieses Verfahren kommt bei einem fliehenden Kinn infrage, wenn ein Implantat oder eine Unterspritzung nicht ausreichen. Weitere Verfahren beschreibt die Seite zur Kinnkorrektur.
Was nach dem Eingriff zu erwarten ist
Nach einer knöchernen Durchtrennung fallen Schwellung und Blutergüsse deutlicher aus als nach reinen Weichteileingriffen. Im Gesicht zeigen sie sich häufig um die Augen und erreichen in den ersten Tagen ihren Höhepunkt, bevor sie über etwa zwei Wochen zurückgehen. Eine Schiene oder ein Verband stabilisiert die Region in der Anfangsphase. Bis der Knochen wieder belastbar verheilt ist, vergehen mehrere Wochen, in denen Stöße auf die Region unbedingt vermieden werden müssen. Die endgültige Form zeigt sich erst nach Abklingen der Restschwellung, das kann bei der Nase viele Monate dauern.
Risiken
Möglich sind unter anderem eine asymmetrische Ausheilung, eine unerwünschte Verschiebung des Knochensegments, tastbare Kanten sowie ein Hämatom. Ebenso kann es zu vorübergehenden oder seltener bleibenden Sensibilitätsstörungen kommen, weil im Operationsgebiet Nerven verlaufen. Welche Risiken im Einzelfall im Vordergrund stehen, hängt vom Eingriff und vom Befund ab und gehört ins Aufklärungsgespräch.
Häufige Fragen
Wird dabei ein Knochen gebrochen?
Es handelt sich um eine geplante, kontrolliert gesetzte Durchtrennung entlang einer festgelegten Linie, nicht um einen zufälligen Bruch. Der Heilungsvorgang ähnelt danach dem eines Knochenbruchs.
Ist das schmerzhaft?
Der Eingriff erfolgt in Narkose. Danach stehen meist Druck und Spannung im Vordergrund, die sich in der Regel gut mit den verordneten Schmerzmitteln beherrschen lassen.
Bleibt eine Narbe sichtbar?
Die Zugänge liegen bei diesen Eingriffen meist innerhalb der Nase oder im Mundvorhof, also nicht auf der Außenhaut.
Wann sieht man das endgültige Ergebnis?
Erst nach vollständigem Abklingen der Schwellung. Bei der Nase gilt dafür ein Zeitraum von etwa einem Jahr als üblich.
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