Septumkorrektur: Schiefer Nasenflügel – OP, Ablauf & Kosten
Eine Nasenscheidewandverkrümmung – medizinisch als Septumdeviation bezeichnet – gehört zu den häufigsten anatomischen Varianten im Bereich der Nase. Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Verkrümmung der Nasenscheidewand, ohne zu wissen, dass genau diese Abweichung für chronische Beschwerden wie Schnarchen, Atemprobleme, wiederkehrende Sinusitis oder störende Mundatmung verantwortlich sein kann. Die Septumkorrektur – auch Septoplastik genannt – ist ein etabliertes chirurgisches Verfahren, das gezielt die Funktion der Nase wiederherstellt und die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig verbessert.
In diesem ausführlichen Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte rund um das Thema Septumkorrektur: von den anatomischen Grundlagen über Symptome und Diagnose bis hin zum genauen OP-Ablauf, den Heilungszeiten, den Kosten und der Frage, wann die Krankenkasse die Behandlung übernimmt. Zusätzlich beleuchten wir die Möglichkeit, eine rein funktionelle Korrektur mit einer ästhetischen Nasenkorrektur zu kombinieren – die sogenannte Septorhinoplastik.
Was ist das Septum der Nase?
Das Nasenseptum – auf Deutsch Nasenscheidewand – ist die dünne, vertikal verlaufende Trennwand, die die Nasenhöhle in eine linke und eine rechte Hälfte unterteilt. Anatomisch betrachtet setzt sich das Septum aus zwei wesentlichen Komponenten zusammen: einem vorderen Knorpelanteil (Cartilago septi nasi) und einem hinteren Knochenanteil (Vomer und senkrechte Platte des Siebbeins). Beide Anteile sind von einer feinen Schleimhaut überzogen, die das Septum ernährt und dessen Funktion unterstützt.
Die Hauptaufgabe des Nasenseptums besteht darin, den Luftstrom beim Einatmen gleichmäßig auf beide Nasenwege zu verteilen. Darüber hinaus hat es eine stabilisierende Funktion für die Nasenspitze und beeinflusst die äußere Form der Nase maßgeblich. Ist das Septum gerade und mittig positioniert, können beide Nasenseiten optimal durchatmet werden. Eine Abweichung von dieser idealen Mittellage – die Septumdeviation – führt hingegen dazu, dass eine oder beide Nasenseiten in ihrer Durchlüftung beeinträchtigt werden.
Interessanterweise verfügt nahezu kein Mensch über ein absolut gerades Septum. Leichte Abweichungen gelten als anatomische Normvariante und verursachen keinerlei Beschwerden. Erst wenn die Verkrümmung ein Ausmaß erreicht, das die Nasenatmung oder andere Funktionen spürbar beeinträchtigt, spricht man von einer klinisch relevanten Septumdeviation, die einer Behandlung bedarf.
Funktion und Bedeutung des Septums
Das Nasenseptum erfüllt mehrere wichtige physiologische Funktionen, die weit über eine bloße anatomische Trennwand hinausgehen:
- Luftverteilung: Das Septum lenkt den einströmenden Atemzug gleichmäßig auf beide Nasenwege und sorgt für eine optimale Befeuchtung, Erwärmung und Filterung der Luft.
- Strukturelle Stütze: Als zentrales Bauelement der Nase stützt das Septum die Nasenspitze und den Nasenrücken von innen.
- Schutzfunktion: Die Schleimhaut des Septums ist Teil des mukoziliarären Reinigungssystems der oberen Atemwege und schützt so vor Keimen und Partikeln.
- Ästhetische Wirkung: Die Position des Septums beeinflusst die Symmetrie der Nasenspitze sowie die Gerade des Nasenrückens sichtbar von außen.
Was ist eine Septumdeviation?
Der medizinische Begriff „Septumdeviation“ bezeichnet eine seitliche Verkrümmung oder Verbiegung der Nasenscheidewand, die dazu führt, dass das Septum nicht in der Mittellinie liegt. Je nach Ausprägung und Form der Deviation unterscheiden Mediziner verschiedene Typen: einfache C-förmige oder S-förmige Verkrümmungen, Knochenwülste (Sporn oder Leiste) sowie Kombinationen aus beidem.
Ursachen für eine Septumdeviation sind vielfältig. Häufig liegt eine angeborene Anlage vor, die sich im Laufe des Wachstums durch ungleichmäßiges Knorpelwachstum ausprägt. Geburtstraumata können ebenfalls zu einer Verschiebung des Septums führen. Daneben spielen erlebte Nasentraumata – etwa Sportunfälle, Stürze oder Körperkontakt – eine bedeutende Rolle. Wird eine Nasenverletzung nicht sofort korrekt behandelt, kann das Septum in falscher Position verheilen und dauerhaft deviert bleiben.
Formen der Septumdeviation im Überblick
Klinisch werden folgende Hauptformen unterschieden:
- C-förmige Deviation: Das Septum verläuft in einem gleichmäßigen Bogen zur einen Seite. Diese Form ist häufig und beeinträchtigt hauptsächlich eine Nasenseite.
- S-förmige Deviation: Das Septum weicht in unterschiedliche Richtungen ab und engt dabei beide Nasenseiten auf unterschiedlichem Niveau ein. Diese Form ist komplexer in der chirurgischen Korrektur.
- Septumsporn: Ein umschriebener, spitzartiger Knochenwulst des Septums, der sich in eine Nasenhöhle vorwölbt und die Schleimhaut reizen kann.
- Septumleiste: Eine länglich verlaufende Knochenleiste entlang des Septumsockels, die ähnlich wie ein Sporn die Nasenatmung behindern kann.
- Subluxiertes Septum: Der knorpelige Anteil des Septums ist aus seiner Verankerung im Knochenkanal herausgerutscht und liegt seitlich versetzt – häufig bei Nasentraumata.
Wie häufig ist eine Septumdeviation?
Studien zeigen, dass bis zu 80 Prozent der Bevölkerung eine gewisse Abweichung des Septums von der Mittellinie aufweist. Der überwiegende Anteil dieser Abweichungen ist jedoch so geringfügig, dass keine Beschwerden entstehen und keine Behandlung notwendig ist. Klinisch relevante Deviationen, die tatsächlich Symptome verursachen und therapeutischer Maßnahmen bedürfen, finden sich je nach Quelle bei etwa 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung. Eine Septumkorrektur gehört damit zu den häufigsten elektiven Eingriffen in der HNO-Chirurgie und plastischen Gesichtschirurgie in Deutschland.
Symptome einer Nasenscheidewandverkrümmung
Die Beschwerden, die durch eine Septumdeviation verursacht werden können, sind vielfältig und in ihrer Intensität stark von der Art und dem Ausmaß der Verkrümmung abhängig. Manche Betroffene bemerken ihre Septumdeviation kaum, während andere seit Jahren unter massiv eingeschränkter Lebensqualität leiden. Typische Leitsymptome sind:
Chronische Nasenatmungsbehinderung
Das klassische und am häufigsten genannte Symptom ist die dauerhaft oder wechselseitig behinderte Nasenatmung. Betroffene beschreiben das Gefühl, auf einer oder beiden Seiten „nicht richtig durch die Nase atmen“ zu können. Dieses Symptom kann konstant vorhanden sein oder sich bei Erkältungen, allergiebedingter Schwellung oder in der Waagerechten – also beim Liegen – deutlich verschlechtern. Über Jahre hinweg führt eine chronische Nasenatmungsbehinderung zur Mundatmung, was wiederum die Schleimhäute des Rachens austrocknet und die Anfälligkeit für Infektionen erhöht.
Schnarchen und Schlafstörungen
Ein stark verkrümmtes Septum ist häufig mitverantwortlich für Schnarchen, da die behinderte Nasenatmung zur vermehrten Mundatmung im Schlaf zwingt. Durch den geöffneten Mund und den damit verbundenen Luftstrom durch den Rachen kommt es zu Vibrationen des weichen Gaumens und der Rachenwand – das charakteristische Schnarchgeräusch entsteht. Im schweren Fall kann eine Septumdeviation sogar zur obstruktiven Schlafapnoe beitragen oder diese verstärken. Schlafapnoe ist gekennzeichnet durch kurzfristige Atemaussetzer im Schlaf und kann langfristig ernsthafte Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck und Herzerkrankungen verursachen.
Wiederkehrende Sinusitis?
Die Nasenatmungsbehinderung durch ein deviertes Septum beeinträchtigt auch die Belüftung und Drainage der Nebenhöhlen. Sinusitis – die Entzündung der Nasennebenhöhlen – tritt bei Betroffenen mit Septumdeviation signifikant häufiger auf als in der Normalbevölkerung. Typische Beschwerden sind Druck- und Schmerzgefühl im Gesichtsbereich, eitriger oder verflüssigter Schleim, Geruchsstörungen sowie allgemeines Krankheitsgefühl. Werden die Sinusitiden chronisch, kann dauerhafter Schleimhautschaden entstehen, der eine zusätzliche operative Behandlung der Nebenhöhlen erforderlich machen kann.
Weitere typische Beschwerden
- Häufiges Nasenbluten: Besonders bei ausgeprägten Septumsporen kann es durch Schleimhautreizung zu wiederholtem Nasenbluten kommen.
- Trockene Schleimhäute: Durch die fehlgeleitete Luftströmung trocknet die Nasenschleimhaut einseitig aus, was zu Krustenbildung, Juckreiz und Unbehagen führt.
- Kopfschmerzen: Schleimhautkontakt zwischen dem verkrümmten Septum und der lateralen Nasenwand kann durch Druckreiz reflexartig Kopfschmerzen auslösen.
- Riechstörungen: Eine behinderte Luftpassage im Bereich der Riechschleimhaut im oberen Teil der Nasenhöhle kann das Riechvermögen einschränken.
- Ästhetische Beeinträchtigung: Bei starker Deviation ist die Nasenspitze oder der Nasenrücken nach einer Seite abgewichen, was das Gesichtsprofil asymmetrisch erscheinen lässt.
- Druckgefühl im Ohr: Über den Nasen-Rachen-Raum kann eine gestörte Belüftung auch die Eustachische Röhre und das Mittelohr beeinflussen.
Diagnose: Wie wird eine Septumdeviation festgestellt?
Die Diagnose einer klinisch relevanten Septumdeviation ist in den meisten Fällen unkompliziert und erfordert keine invasiven Untersuchungen. Ein erfahrener HNO-Arzt oder Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie kann die Diagnose meist schon durch einfache klinische Untersuchungen stellen.
Anamnese und klinische Untersuchung
Im ersten Schritt erörtert der Arzt im Rahmen einer ausführlichen Anamnese die Beschwerden des Patienten: Seit wann bestehen die Symptome? Welche Nasenseite ist stärker betroffen? Gab es Nasenverletzungen in der Vergangenheit? Bestehen Allergien? Wurden bereits Behandlungen versucht?
Anschließend erfolgt die Inspektion der äußeren Nase, um eine Asymmetrie der Nasenspitze oder des Nasenrückens zu beurteilen. Mit einem Nasenspekulum und Lichtquelle wird die vordere Nasenhöhle beurteilt (anteriore Rhinoskopie), um die Lage des Septums sowie mögliche Schiefstellungen sichtbar zu machen.
Endoskopische Rhinoskopie
Für eine umfassende Beurteilung des gesamten Septums – inklusive der hinteren Abschnitte – setzt der Facharzt heute in der Regel ein starres oder flexibles Nasenendoskop ein. Dieses dünne optische Instrument wird unter lokaler Betäubung der Nasenschleimhaut vorsichtig in die Nasenhöhle eingeführt und ermöglicht eine detaillierte Beurteilung von Septum, Nasenmuscheln, Nebenhöhlenausgängen und Nasenrachenraum.
Bildgebende Diagnostik
In bestimmten Fällen – insbesondere wenn zusätzliche Nebenhöhlenprobleme vermutet werden oder eine chirurgische Planung erfolgt – ist eine Computertomographie (CT) der Nasennebenhöhlen indiziert. Das CT liefert dreidimensionale Schichtaufnahmen, die eine präzise Beurteilung der Knochenstruktur des Septums, der Nebenhöhlenanatomie und möglicher Begleitbefunde ermöglicht. Eine einfache Röntgenaufnahme der Nasennebenhöhlen gilt heute als veraltet und wird in der modernen Diagnostik kaum noch eingesetzt.
Funktionelle Testverfahren
Um den funktionellen Schweregrad der Nasenatmungsbehinderung objektiv zu messen, kann eine Rhinomanometrie durchgeführt werden. Bei diesem nicht-invasiven Verfahren wird der Atemwiderstand in beiden Nasenseiten gemessen. Eine erhöhte Widerstandsdifferenz zwischen linker und rechter Seite bestätigt das klinische Bild und dokumentiert den Befund für eventuelle Kostenerstattungsanträge bei der Krankenkasse.
Wann ist eine Septumkorrektur sinnvoll?
Die Entscheidung für eine operative Septumkorrektur sollte stets nach einem individuellen Abwägungsprozess getroffen werden. Folgende Kriterien sprechen für eine Indikationsstellung zur Septoplastik:
Konservative Therapie ohne Erfolg
In einem ersten Schritt versuchen Ärzte häufig, die Beschwerden einer Septumdeviation mit konservativen Mitteln zu behandeln. Dazu gehören abschwellende Nasensprays (dekongestionierende Medikamente), kortisonhaltige Nasensprays bei gleichzeitiger allergischer Rhinitis, Nasenspülungen mit Salzwasser sowie die Behandlung begleitender Allergien. Zeigen diese Maßnahmen keinen ausreichenden und dauerhaften Erfolg, ist eine operative Korrektur die logische Konsequenz.
Medizinisch indizierte Situationen
- Schwere, dauerhafte Nasenatmungsbehinderung auf einer oder beiden Seiten
- Rezidivierende oder chronische Sinusitis (mindestens 4 Episoden pro Jahr oder über 12 Wochen anhaltend)
- Schlafapnoe mit nachgewiesener nasaler Ursache
- Schweres, behandlungsbedürftiges Schnarchen
- Rezidivierendes Nasenbluten durch Septumsporn
- Chronische Kopfschmerzen durch Schleimhautkontaktpunkt
- Vor geplanten Operationen im Bereich der Nasennebenhöhlen (Zugang über die Nase)
Alter und Zeitpunkt der Operation
Da das Gesichtsskelett und der Nasenknorpel bis zum Ende des Wachstums – in der Regel bei Mädchen mit etwa 15 bis 16 Jahren, bei Jungen mit etwa 17 bis 18 Jahren – wachsen, sollte eine elektive Septoplastik in der Regel erst nach Abschluss des Wachstums durchgeführt werden. Ausnahmen gelten bei stark ausgeprägten Deviationen, die bereits im Kindes- oder Jugendalter zu erheblichen Beschwerden führen. In diesen Fällen kann eine frühzeitigere Intervention ärztlich vertretbar sein.
Septoplastik vs. Rhinoplastik: Funktion vs. Ästhetik
Ein häufiger Punkt der Verwirrung ist die Abgrenzung zwischen der Septoplastik und der Rhinoplastik. Beide Eingriffe betreffen die Nase, verfolgen aber grundlegend unterschiedliche Ziele.
Septoplastik – Die rein funktionelle Korrektur
Die Septoplastik ist ein rein funktioneller Eingriff, dessen Ziel ausschließlich die Verbesserung der Nasenatmung ist. Bei der klassischen Septoplastik wird über einen Schnitt an der Grenze zwischen dem knorpeligen und dem knöchernen Nasengang (die sogenannte hemitransfixionale Inzision oder Killian-Inzision) die Schleimhaut des Septums von der darunter liegenden Knorpel- und Knochenplatte gelöst, der devierte Anteil entfernt oder umgeformt und die Schleimhaut wieder angelegt. Das äußere Erscheinungsbild der Nase verändert sich bei einer reinen Septoplastik in der Regel nicht oder nur minimal.
Da die Septoplastik einen medizinisch notwendigen Eingriff darstellt, wird die Kostenübernahme von den gesetzlichen Krankenkassen gewährt, sofern entsprechende Nachweise über die funktionelle Beeinträchtigung vorliegen und die konservative Therapie ausgeschöpft wurde.
Rhinoplastik – Die ästhetische Nasenkorrektur
Die Rhinoplastik hingegen ist ein ästhetischer Eingriff, der auf die Formveränderung der Nase abzielt – sei es die Verkleinerung eines Nasenhöckers, die Korrektur einer zu breiten oder zu großen Nase, die Formung der Nasenspitze oder die Angleichung von Asymmetrien. Medizinische Notwendigkeit im engeren Sinne besteht dabei nicht; der Wunsch des Patienten nach einem harmonischeren Gesichtsbild steht im Vordergrund. Entsprechend übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten der Rhinoplastik in der Regel nicht.
Weiterführende Informationen zur rein ästhetischen Nasenkorrektur finden Sie auf unserer Seite zu Nasen-OP.
Alternativ zur chirurgischen Ästhetik besteht für geeignete Kandidaten auch die Möglichkeit einer Nasenkorrektur ohne OP mittels Hyaluronsäure-Fillern, die leichte Konturen und Asymmetrien ausgleichen kann.
Septorhinoplastik: Die Kombination aus Funktion und Ästhetik
Für viele Patienten ist die Nasenscheidewandverkrümmung gleichzeitig mit einem ästhetischen Veränderungswunsch verbunden. Vielleicht möchten Sie neben der Verbesserung Ihrer Nasenatmung auch einen Nasenhöcker abtragen lassen, die Nasenspitze verfeinern oder eine Asymmetrie korrigieren. In diesem Fall bietet sich die Septorhinoplastik an – ein kombinierter Eingriff, der die funktionelle Septumkorrektur mit der ästhetischen Nasenformung in einer einzigen Operation vereint.
Vorteile der kombinierten Septorhinoplastik
- Einmalige Narkose: Beide Ziele – Funktion und Ästhetik – werden in einem einzigen operativen Eingriff unter einer Narkose erreicht. Das reduziert das Gesamtrisiko im Vergleich zu zwei separaten Operationen.
- Kürzere Gesamtgenesungszeit: Nur eine Heilungsphase statt zwei – das bedeutet weniger Ausfall im Alltag und Beruf.
- Optimale chirurgische Planung: Funktionelle und ästhetische Eingriffe können aufeinander abgestimmt werden, um das bestmögliche Gesamtergebnis zu erzielen.
- Kosteneffizienz: Der kombinierte Eingriff ist häufig günstiger als zwei separate Operationen.
Wer kommt für eine Septorhinoplastik in Frage?
Geeignete Kandidaten für eine Septorhinoplastik sind Patienten, die nachweislich unter einer klinisch relevanten Septumdeviation leiden UND zusätzlich einen legitimen ästhetischen Veränderungswunsch hegen. Die Voraussetzungen für eine optimale Septorhinoplastik sind:
- Volljährigkeit (mindestens 18 Jahre; Ausnahmen bei medizinischer Dringlichkeit)
- Abgeschlossenes Gesichtsskelettswachstum
- Guter allgemeiner Gesundheitszustand (keine schwerwiegenden Vorerkrankungen)
- Keine aktiven Entzündungen oder Infektionen im Nasenbereich
- Realistische Erwartungen an das Ergebnis
- Nichtrauchen oder Rauchstopp vor der Operation (mindestens 4 Wochen)
Kostenaufteilung bei der Septorhinoplastik
Da die Septorhinoplastik sowohl einen medizinisch indizierten als auch einen ästhetischen Anteil umfasst, ist die Kostenfrage komplex. In der Praxis wird häufig eine Aufteilung vorgenommen: Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für den rein funktionellen Teil (Septoplastik), während der Patient den ästhetischen Anteil selbst trägt. Diese Aufteilung muss vorab genau geklärt und in der Regel schriftlich mit der Krankenkasse vereinbart werden.
Ablauf der Septumkorrektur
Die Septumkorrektur ist ein gut standardisiertes operatives Verfahren, das von erfahrenen HNO-Ärzten, Plastischen Chirurgen oder MKG-Chirurgen durchgeführt wird. Der genaue Ablauf variiert je nach Ausprägung der Deviation, den Zielen der Operation und dem individuellen Vorgehen des Chirurgen.
Präoperative Vorbereitung
Vor der Operation finden ein oder mehrere Beratungsgespräche statt, bei denen der Chirurg die Befunde bespricht, den geplanten Eingriff erklärt, Risiken und Alternativen aufzeigt und die Erwartungen des Patienten abklärt. Es erfolgt eine ausführliche Anamnese bezüglich Vorerkrankungen, Allergien und eingenommener Medikamente. Blutverdünnende Medikamente wie Aspirin oder Ibuprofen müssen in der Regel 1 bis 2 Wochen vor der Operation abgesetzt werden, um das Blutungsrisiko zu minimieren.
Am Operationstag erscheint der Patient nüchtern in der Klinik oder im ambulanten Operationszentrum. Nach Aufnahme und Vorbereitung – Anlage eines intravenösen Zugangs, Monitoring – wird das Narkosegespräch mit dem Anästhesisten geführt.
Chirurgischer Eingriff Schritt für Schritt
Der eigentliche operative Eingriff läuft in aller Regel wie folgt ab:
- Narkoseeinleitung: Nach Einleitung der Vollnarkose (oder seltener der dämmerungsschlafartigen Sedierung mit Lokalbetäubung) wird der Patient in Rückenlage gelagert, der Kopf leicht überstreckt.
- Inzision: Der Chirurg setzt einen Schnitt in die Nasenschleimhaut, meist als hemitransfixionale Inzision (halbseitige Inzision senkrecht zur Nasenscheidewand) oder als submuköse Technik nach Killian (Einschnitt etwa 1 cm hinter der Nasenspitze an der vorderen Kante des Knorpels).
- Ablösung der Schleimhaut (mukoperichodrale Lappenpräparation): Mit feinen Instrumenten wird die Schleimhaut beidseits vom Knorpel und Knochen vorsichtig abgehoben, um den darunter liegenden Bereich freizulegen, ohne die Schleimhaut zu verletzen.
- Korrektur des Septums: Devierte Knorpel- und Knochenanteile werden entweder entfernt (Resektion) oder umgeformt. Bei der modernen Septoplastik wird darauf geachtet, so viel Knorpel wie möglich zu erhalten, um die strukturelle Stabilität der Nase zu gewährleisten. Entfernte Knorpelstücke können außerhalb der Nase begradigt und re-implantiert werden (sogenannte extrakorporale Septumplastik).
- Adaptation der Schleimhaut: Nach der Korrektur wird die Schleimhaut beidseitig wieder an das nun gerade Septum angelegt und mit resorbierbaren Nähten fixiert.
- Schienung und Tamponade: Um das Septum in seiner neuen Position zu stabilisieren und Blutansammlungen (Hämatome) zu verhindern, werden Silikonschienen beidseitig eingesetzt und/oder die Nasenhöhlen tamponiert. Moderne Silikonschienen werden von den Patienten deutlich besser toleriert als die früher verwendeten Jodoformstreifen.
Operationsdauer
Eine reine Septoplastik dauert in der Regel 30 bis 60 Minuten. Bei gleichzeitiger Korrektur der Nasenmuscheln (Turbinoplastik), die häufig kombiniert wird, verlängert sich die Operationszeit auf 60 bis 90 Minuten. Eine Septorhinoplastik kann je nach Umfang der ästhetischen Korrekturen 2 bis 4 Stunden in Anspruch nehmen.
Ambulant oder stationär?
Viele reine Septoplastiken können heute ambulant, das heißt ohne übernachtung in der Klinik, durchgeführt werden. Der Patient wird nach der Operation einige Stunden in der Aufwacheinheit überwacht und kann am gleichen Tag nach Hause entlassen werden, sofern jemand ihn abfährt und in den ersten 24 Stunden beaufsichtigt. Umfangreichere Eingriffe – insbesondere Septorhinoplastiken – werden häufig als stationärer Eingriff mit einem bis zwei Übernachtungen in der Klinik geplant.
Betäubung und Narkose bei der Septoplastik
Die Wahl des Betäubungsverfahrens bei der Septumkorrektur ist ein wichtiger Aspekt, der im Vorgespräch zwischen Patient, Chirurg und Anästhesist besprochen wird. Grundsätzlich stehen zwei Hauptoptionen zur Verfügung:
Vollnarkose (Allgemeinanästhesie)
Die Vollnarkose ist das mit Abstand häufigste Betäubungsverfahren bei der Septoplastik und wird in Deutschland standardmäßig eingesetzt. Der Patient schläft während des gesamten Eingriffs tief und bewährungslos, empfindet weder Schmerz noch Angst und hat keine Erinnerung an die Operation. Die Atemwege werden über eine Larynxmaske oder einen Endotrachealtubus gesichert, was bei Eingriffen in der Nase besonders wichtig ist, um das Eindringen von Blut in die Atemwege zu verhindern.
Vorteile der Vollnarkose bei der Septoplastik:
- Vollständige Schmerzfreiheit und kein Bewusstsein während des Eingriffs
- Optimale Entspannung der Atemwegsmuskulatur, was dem Chirurgen bessere Arbeitsbedingungen bietet
- Keine Stresssituation für den Patienten
- Möglichkeit, den Eingriff auch zu verlängern, wenn unerwartet zusätzliche Korrekturen erforderlich sind
Lokalbetäubung mit Dämmerschlaf (Analgosedierung)
In ausgewählten Fällen – beispielsweise bei Patienten mit erhöhtem Narkoserisiko durch Vorerkrankungen – kann die Septoplastik auch in Lokalbetäubung kombiniert mit einer Dämmerschlaf-Sedierung (Analgosedierung) durchgeführt werden. Dabei wird die Nasenschleimhaut mit einem Lokalbetäubungsmittel und einem gefäßverengenden Mittel infiltriert, um Schmerzen zu unterbinden und die Blutung zu reduzieren. Der Patient wird zusätzlich leicht sediert und schlummert in einem halbwachen, entspannten Zustand.
Diese Option eignet sich jedoch nur für überschaubare Eingriffe ohne ästhetische Komponente und erfordert ein besonders kooperatives Patientenverhalten. Für die Septorhinoplastik ist die Vollnarkose obligatorisch.
Das Narkosegespräch
Vor jeder Operation unter Vollnarkose findet ein Prämedikationsgespräch mit dem Anästhesisten statt. Dabei werden alle relevanten Vorerkrankungen, Medikamente, Frühere Narkoseerfahrungen und Allergien besprochen. Der Anästhesist erhebt Laborbefunde, bewertet das individuelle Narkoserisiko und plant das für den Patienten optimale Anästhesieverfahren.
Heilungsverlauf und Nachsorge
Die Genesungsphase nach einer Septumkorrektur ist für viele Patienten der entscheidende Faktor bei der Entscheidungsfindung. Es ist wichtig, realistische Erwartungen an den Heilungsverlauf zu haben und die Nachsorgetermine konsequent wahrzunehmen.
Unmittelbar nach der Operation (Tag 1-3)
Direkt nach dem Aufwachen aus der Narkose bemerken die meisten Patienten, dass die Nase vollständig mit Schienen und/oder Tamponaden blockiert ist. Das Atmen durch die Nase ist in dieser Phase nicht möglich, Mundatmung ist notwendig. Typische Begleitsymptome in den ersten Tagen sind:
- Druckgefühl und dumpfe Schwere in der Nase und im Gesicht
- Schwellung des Nasenbereichs, teilweise mit leichten blauen Flecken unter den Augen
- Geräuschvolle Mundatmung mit trockenen Lippen und Rachen
- Leichte bis mäßige Schmerzen, die mit standard Schmerzmitteln gut kontrollierbar sind
- Leichtes Nasenbluten oder Absonderung von blutiger Flüssigkeit aus der Nase
- Allgemeines Krankheitsgefühl und erhöhtes Schlafbedürfnis
Entfernung der Schienen (nach 1-2 Wochen)
Die eingesetzten Silikonschienen – auch Septumschienen oder intranasal splints genannt – werden in der Regel 7 bis 14 Tage nach der Operation beim nächsten Nachsorgetermin entfernt. Dieser Moment wird von den meisten Patienten als große Erleichterung erlebt: Schlagartig können sie wieder durch die Nase atmen. Die Entfernung selbst ist meist schnell erledigt und verursacht kaum Schmerzen, sondern eher ein unangenehmes Ziehgefühl.
Nach der Schienenentfernung folgen regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen beim Operateur, bei denen die Nase gespült, Krusten abgesaugt und der Heilungsverlauf überprüft werden. Diese Termine sind essenziell und sollten keinesfalls versäumt werden.
Die ersten Wochen (Woche 2-6)
Nachdem die Schienen entfernt wurden, nimmt die Nasenatmung zunächst durch noch vorhandene Schwellungen der Schleimhaut wieder zu. Dies ist völlig normal und kein Zeichen für ein schlechtes Ergebnis. Die Schwellung der Schleimhäute klingt typischerweise innerhalb von 4 bis 8 Wochen weitgehend ab. Während dieser Zeit sind folgende Verhaltensregeln wichtig:
- Krperliche Anstrengung, Sport und schweres Heben vermeiden (Blutungsrisiko)
- Keine Sauna, kein Solarium, keine Dampfbäder
- Fliegen in den ersten 2 bis 3 Wochen vermeiden (Druckveränderungen im Flugzeug)
- Regelmäßige Nasenspülungen zur Reinigung und Befeuchtung der Schleimhäute
- Keine aggressiven Schneuzbewegungen – das Sekret sollte sanft hochgezogen werden
- Schutz der Nase vor äußeren Einwirkungen und Verletzungen
Langzeitheilung und endgültiges Ergebnis
Obwohl sich die meisten Patienten bereits nach 4 bis 6 Wochen deutlich besser fühlen und die wesentliche Verbesserung der Nasenatmung spüren, ist der Heilungsprozess in den tiefer gelegenen Gewebeschichten zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen. Der Knorpel und die Schleimhaut benötigen in der Regel 6 bis 12 Monate, um vollständig zu vernarben und sich zu stabilisieren. Das endgültige Ergebnis der Septumkorrektur kann daher erst etwa ein Jahr nach dem Eingriff zuverlässig beurteilt werden.
Bei einer kombinierten Septorhinoplastik verlängert sich die Genesungszeit entsprechend. Die äußere Nasenform verändert sich durch den Heilungsprozess noch über Monate hinweg. Patienten sollten sich bewusst sein, dass das ästhetische Endergebnis bei einer Rhinoplastik erst nach 12 bis 18 Monaten vollständig sichtbar ist.
Wann kann ich wieder arbeiten?
Bei büro- oder schreibtischbasierten Berufen können viele Patienten nach etwa 7 bis 14 Tagen in die Arbeit zurückkehren. Körperlich anstrengende oder staubige Tätigkeiten sollten für mindestens 4 bis 6 Wochen gemieden werden. Kontaktsportarten wie Fußball, Basketball oder Kampfsport sind für mindestens 3 Monate zu unterlassen, um eine Frakturgefahr zu minimieren.
Wann zahlt die Krankenkasse?
Die Frage nach der Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist für die meisten Patienten von zentraler Bedeutung. Grundsätzlich gilt: Eine rein funktionelle Septumkorrektur zur Verbesserung der Nasenatmung gilt als medizinisch notwendige Behandlung und wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen – vorausgesetzt, die Indikation ist klar nachgewiesen.
Voraussetzungen für die Kostenzusage
Damit die Krankenkasse die Kosten übernimmt, müssen in der Regel folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
- Dokumentierter Befund: Eine klinisch nachweisbare, signifikante Septumdeviation, die im HNO-Befund oder durch Bildgebung dokumentiert ist.
- Konservative Vorbehandlung: Es muss belegt werden, dass konservative Therapiemaßnahmen (Nasensprays, Allergietherapie etc.) über einen angemessenen Zeitraum versucht wurden und keinen ausreichenden Erfolg gebracht haben.
- Symptomatische Relevanz: Die Deviation muss klinisch relevante Beschwerden verursachen, also tatsächlich zu einer messbaren oder deutlichen Einschränkung führen (z. B. objektivierbar durch Rhinomanometrie).
- Ärztliche Empfehlung: Ein HNO-Arzt oder Facharzt muss die Operation empfehlen und die Indikation schriftlich dokumentieren.
Vorher Antrag stellen
In der Praxis empfiehlt es sich, vor der Operation einen formellen Antrag auf Kostenzusage bei der Krankenkasse zu stellen. Dazu reicht man die ärztlichen Befunddokumente, die Operationsempfehlung und gegebenenfalls den Rhinomanometriebericht ein. Die Krankenkasse entscheidet dann über die Kostenübernahme. Selbst wenn eine schriftliche Zusage vorliegt, ist zu empfehlen, alle Kommunikation schriftlich zu dokumentieren, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden.
Keine Kostenübernahme bei kosmetischen Anteilen
Ausdrücklich nicht übernommen werden von der gesetzlichen Krankenkasse ästhetische Anteile des Eingriffs. Wird neben der funktionellen Septumkorrektur auch eine kosmetische Nasenformung durchgeführt (Rhinoplastik), muss der Patient den ästhetischen Anteil selbst tragen. Die Trennung beider Leistungen muss präzise dokumentiert und vom Arzt entsprechend abgerechnet werden.
Private Krankenversicherung
Privatversicherte Patienten haben in der Regel bessere Konditionen: Sofern eine medizinische Indikation besteht, übernimmt die private Krankenkasse (PKV) die Kosten der funktionellen Septumkorrektur, häufig ohne aufwendige Vorantragsverfahren. Zu beachten ist jedoch, dass auch bei Privatpatienten rein ästhetische Eingriffe ohne medizinische Notwendigkeit nicht von der PKV erstattet werden.
Was kostet einer privaten Septumkorrektur?
Wenn die Septumkorrektur überwiegend oder ausschließlich aus ästhetischen Gründen gewünscht wird oder als Septorhinoplastik mit einem umfangreichen ästhetischen Anteil geplant ist, müssen die Kosten ganz oder teilweise privat getragen werden. Die Höhe der Kosten hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Kostenfaktoren im Überblick
- Umfang des Eingriffs: Eine rein funktionelle Septoplastik kostet deutlich weniger als eine kombinierte Septorhinoplastik mit umfangreicher ästhetischer Nasenformung.
- Erfahrung und Reputation des Chirurgen: Hoch spezialisierte Chirurgen mit nachgewiesener Expertise im Bereich Rhinochirurgie berechnen naturgemäß höhere Honorare.
- Klinik und Standort: Großstädtische Spezialkliniken oder renommierte Privatkliniken haben höhere Infrastrukturkosten als regional tätige Einrichtungen.
- Narkoseart und Aufenthaltsdauer: Ambulante Eingriffe sind günstiger als stationäre; der Anästhesist rechnet separat ab.
- Nachbehandlung und Kontrollen: Regelmäßige Nachsorgetermine, Medikamente und ggf. zusätzliche Leistungen können die Gesamtkosten erhöhen.
Orientierungsrahmen für die Kosten
Als grobe Orientierung können folgende Kostenbereiche dienen:
- Rein funktionelle Septoplastik (Kasse zahlt): Bei nachgewiesener medizinischer Indikation entstehen für gesetzlich Versicherte in der Regel keine oder nur geringe Eigenanteile (eventuell stationäre Zuzahlung von 10 Euro pro Tag).
- Septorhinoplastik (Kombination mit ästhetischem Anteil): Der private Gesamtpreis liegt häufig zwischen 5.000 und 10.000 Euro, je nach Umfang der Korrekturen und Klinik. Bei besonders komplexen Revisionsoperationen oder hochspezialisierten Chirurgen können die Kosten auch darüber liegen.
- Rein ästhetische Rhinoplastik ohne funktionelle Indikation: Zwischen 4.000 und 8.000 Euro, je nach Ausmaß der gewünschten Formveränderungen.
Finanzierungsmöglichkeiten
Viele Kliniken und Praxen bieten mittlerweile Ratenzahlungsmöglichkeiten oder Kooperationen mit spezialisierten Finanzierungsanbietern an. Sprechen Sie Ihren Chirurgen offen auf dieses Thema an. Achten Sie dabei stets darauf, sämtliche Kostenvereinbarungen schriftlich festzuhalten und alle Leistungen, die im Preis enthalten sind, klar definiert zu haben – inklusive Nachsorgetermine, Narkosekosten und eventueller Revisionseingriffe.
Steuerliche Absetzbarkeit
Unter bestimmten Umständen können Kosten für medizinisch indizierte Eingriffe als außergewöhnliche Belastungen in der Steuerklärung geltend gemacht werden. Bei rein ästhetischen Eingriffen ohne medizinische Notwendigkeit ist eine steuerliche Absetzbarkeit in der Regel nicht möglich. Im Zweifelsfall empfiehlt sich die Rücksprache mit einem Steuerberater.
Welche Risiken gibt es und mögliche Komplikationen?
Wie jeder operative Eingriff birgt auch die Septumkorrektur ein gewisses Risikopotenzial. Es ist wichtig, diese Risiken realistisch einzuschätzen – weder zu verharmlosen noch zu übertreiben. In den Händen eines erfahrenen Chirurgen ist die Septoplastik ein sicheres Verfahren mit niedrigen Komplikationsraten. Dennoch gilt es, mögliche Risiken transparent anzusprechen.
Häufige, in der Regel temporäre Beschwerden
- Schwellung und Bluterüsse: Im Bereich der Nase und selten auch unter den Augen, klingen innerhalb weniger Tage bis Wochen ab.
- Temporäre Nasenatmungsbehinderung: Durch Schleimhautschwellung in den ersten Wochen; legt sich normalerweise nach Abklingen der Schwellung.
- Krusten und Absonderungen: Typisch in der Heilungsphase; regelmäßige Nasenspülungen helfen.
- Temporäre Geruchsveränderungen: Durch Schwellung der Schleimhaut; normalisiert sich häufig nach Abklingen der Heilungsphase.
- Taubheitsgefühl im Bereich der Nasenspitze: Durch temporäre Überdehnung der Nervenfasern; normalisiert sich in den meisten Fällen.
Seltene, aber ernst zu nehmende Risiken
- Septumhämatom: Eine Blutansammlung zwischen Schleimhaut und Knorpel, die umgehend behandelt werden muss (Punktion oder kleine Inzision zur Drainage), um eine Infektion oder Knorpelnekrose zu verhindern.
- Infektion: Trotz steriler Operationsbedingungen ist eine Wundinfektion möglich und wird mit Antibiotika behandelt.
- Perforation des Septums: Ein Loch in der Nasenscheidewand kann entstehen, wenn die Schleimhaut auf beiden Seiten gleichzeitig verletzt wird. Kleine Perforationen sind oft asymptomatisch, größere können Pfeifgeräusche beim Atmen, Nasenbluten oder Krusten verursachen und bedürfen ggf. einer Korrektur.
- Unzureichendes Ergebnis (Residualdeviation): Nicht immer kann eine vollständige Begradigung des Septums erreicht werden, insbesondere bei stark vernarbtem Gewebe oder sehr komplexen Verkrümmungen. In seltenen Fällen ist eine Revisionsoperation notwendig.
- Veränderung der äußeren Nasenform: Bei ausgedehnten Knorpelresektionen kann es selten zu einem Einsinken des Nasenrückens („Sattelnase“) kommen – ein Grund, warum modernes chirurgisches Vorgehen auf strukturerhaltende Techniken setzt.
- Narkoserisiken: Sehr seltene allgemeine Risiken durch die Vollnarkose, die der Anästhesist im Vorgespräch erläutert.
So minimieren Sie Ihr persönliches Risiko
Das Risikoprofil einer Septumkorrektur lässt sich durch folgende Maßnahmen erheblich reduzieren:
- Wahl eines erfahrenen, spezialisierten Chirurgen mit nachgewiesener Expertise
- Vollständige Offenlegung aller Vorerkrankungen, Medikamente und Voroperationen
- Konsequentes Einhalten der Vorinstruktionen (Medikamentenpause, Nüchternheit, Rauchstopp)
- Gewissenhaftes Wahrnehmen aller Nachsorgetermine
- Strikte Einhaltung der Verhaltensregeln in der Genesungsphase
Wer über eine umfassende Gesichtsstraffung nachdenkt und dabei auch den Nasenbereich einbeziehen möchte, findet weitere Informationen auf unserer Seite zur Gesichtsstraffung.
Häufig gestellte Fragen zur Septumkorrektur
1. Wie lange dauert die Genesungszeit nach einer Septumkorrektur?
Die unmittelbare Erholungszeit beträgt bei den meisten Patienten 1 bis 2 Wochen, in denen die Schienenentfernung stattfindet und die größte Schwellung abklingt. Die vollständige innere Heilung, bei der das Gewebe vollständig narbt und stabil wird, dauert jedoch deutlich länger – in der Regel 6 bis 12 Monate. Die meisten Patienten spüren jedoch bereits nach 4 bis 6 Wochen eine deutliche und dauerhafte Verbesserung ihrer Nasenatmung.
2. Ist eine Septumkorrektur schmerzhaft?
Der Eingriff selbst ist dank der Vollnarkose vollständig schmerzfrei. Unmittelbar nach der Operation und in den ersten Tagen können dumpfe Druckschmerzen im Nasenbereich auftreten, die aber in der Regel gut mit gängigen Schmerzmitteln wie Paracetamol oder Ibuprofen (sofern vom Arzt freigegeben) kontrollierbar sind. Die meisten Patienten beschreiben das Druckgefühl durch die Schienen als das überwiegende Unwohlsein, weniger die eigentliche Schmerzsymptomate. Nach Entfernung der Schienen bessert sich das Befinden rasch.
3. Kann das Septum nach der Operation wieder krumm werden?
Eine vollständige Rückkehr in die alte Verkrümmungsposition ist nach erfolgreicher Septoplastik sehr selten. Allerdings kann Narbengewebe, das sich während der Heilungsphase bildet, unter Umständen zu einer leichten Verschiebung des Septums führen. Bei einigen Patienten bleibt eine gewisse Restdeviation bestehen, die jedoch meist keine klinische Relevanz hat. In sehr seltenen Fällen – insbesondere bei komplexen, stark vernarbten Septumkrümmungen – kann eine Revisionsoperation notwendig werden.
4. Wie alt muss ich sein, um eine Septumkorrektur durchführen lassen zu dürfen?
Da das Nasen- und Gesichtsskelett bis zum Ende der Pubertät wächst, sollte eine elektive Septumkorrektur möglichst erst nach Abschluss des Körperwachstums erfolgen. Als Faustregel gilt: bei Mädchen ab etwa 16 Jahren, bei Jungen ab etwa 18 Jahren. Bestehen jedoch bereits im Kindesalter erhebliche funktionelle Beeinträchtigungen (z. B. schwere Nasenatmungsbehinderung mit negativen Folgen für Entwicklung und Wohlbefinden), kann eine frühere Operation ärztlich indiziert sein.
5. Ändert sich durch die Septumkorrektur das äußere Erscheinungsbild meiner Nase?
Bei einer rein funktionellen Septoplastik, die ausschließlich die inneren Strukturen der Nase korrigiert, verändert sich das äußere Erscheinungsbild der Nase in der Regel nicht oder nur minimal. Manche Patienten bemerken nach der Operation, dass die Nasenspitze leicht symmetrischer wirkt, da das Septum als innere Stütze nun gerade steht. Wer gleichzeitig eine ästhetische Veränderung der Nase anstrebt, muss dies explizit als Septorhinoplastik planen und kommunizieren.
6. Was ist der Unterschied zwischen einer Septumkorrektur und einer Rhinoplastik?
Die Septumkorrektur (Septoplastik) zielt ausschließlich auf die Verbesserung der Nasenatmung ab, indem das verkrümmte innere Septum begradigt wird. Äußerlich ist kaum ein Unterschied sichtbar. Die Rhinoplastik hingegen ist ein ästhetischer Eingriff, der die Form der Nase von außen verändert – etwa durch Abtragen eines Höckers, Schmälern einer breiten Nase oder Verfeinern der Nasenspitze. Beide Verfahren lassen sich in einer kombinierten Septorhinoplastik vereinen.
7. Wie oft muss ich nach der Operation zur Nachsorge?
Die Nachsorgefrequenz variiert je nach Eingriff und Klinik. Als grobe Orientierung können folgende Intervalle gelten: 1. Nachsorgetermin nach 7 bis 14 Tagen (Schienenentfernung), danach wöchentliche oder 14-tägige Termine für etwa 4 bis 6 Wochen zur Reinigung der Nasenhöhle und Kontrolle der Heilung. Später folgen Termine nach 3 Monaten, 6 Monaten und einem Jahr zur abschließenden Beurteilung des Ergebnisses. Die Nachsorge ist integraler Bestandteil des Behandlungserfolgs und sollte nicht vernachlässigt werden.
8. Kann ich direkt nach der Operation durch die Nase atmen?
Nein – unmittelbar nach der Operation ist die Nase durch Silikonschienen und möglicherweise Tamponaden vollständig blockiert. Während dieser Phase (in der Regel 1 bis 2 Wochen) muss ausschließlich durch den Mund geatmet werden. Nach Entfernung der Schienen können die meisten Patienten sofort wieder durch die Nase atmen – oft besser als vor der Operation, auch wenn die Schleimhautschwellung noch nicht vollständig abgeklungen ist.
9. Muss ich während der Genesungszeit besondere Diät halten?
Eine spezielle Diät ist nach einer Septumkorrektur in der Regel nicht erforderlich. Es empfiehlt sich jedoch, in den ersten Tagen nach der Operation weiche, leicht zu kauende Speisen zu bevorzugen, um starke Kaubewegungen zu vermeiden, die auf die Nasenregion ausstrahlen können. Alkohol sollte in den ersten Wochen gemieden werden, da er die Schleimhautschwellung verstärkt und mit Schmerzmitteln interagiert. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist hingegen sehr empfehlenswert, um die Schleimhautseuchtigkeit zu fördern.
10. Was passiert, wenn ich meine Septumdeviation nicht operieren lasse?
Nicht jede Septumdeviation müsste zwingend operiert werden. Viele Menschen leben symptomarm mit einer leichten Abweichung. Wird jedoch eine klinisch relevante, stark symptomat- ische Septumdeviation nicht behandelt, können langfristige Folgen entstehen: Chronische Sinusitis mit möglichen Komplikationen, Verschlechterung der Schlafqualität durch Schnarchen oder Schlafapnoe, dauerhafter Schaden der Nasenschleimhäute durch chronische Austrocknung, erhöhte Infektanfälligkeit der oberen Atemwege sowie im schlimmsten Fall strukturelle Schäden durch wiederkehrende Entzündungen. Die Entscheidung zur Operation sollte daher in enger Absprache mit einem erfahrenen Facharzt getroffen werden, der alle individuellen Faktoren berücksichtigt.
Fazit: Septumkorrektur als Weg zu besserem Atmen und mehr Lebensqualität
Eine Nasenscheidewandverkrümmung ist weit verbreitet und kann die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken. Die Septumkorrektur – ob als reine Septoplastik zur Funktionsverbesserung oder als kombinierte Septorhinoplastik mit ästhetischer Komponente – ist ein etabliertes, sicheres und hocheffektives chirurgisches Verfahren, das in erfahrenen Händen zu dauerhafter Verbesserung der Nasenatmung, Schlafqualität und allgemeinen Lebensqualität führt.
Die rein funktionelle Septoplastik wird bei nachgewiesener medizinischer Indikation von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, was für viele Patienten eine bedeutende finanzielle Entlastung darstellt. Wer darüber hinaus auch eine ästhetische Verbesserung anstrebt, kann diesen Wunsch im Rahmen einer Septorhinoplastik mit Kosten zwischen 5.000 und 10.000 Euro für den privaten Anteil realisieren.
Entscheidend für ein optimales Ergebnis sind die sorgfältige Auswahl eines erfahrenen Spezialisten, realistische Erwartungen an den Heilungsprozess und die konsequente Einhaltung aller Nachsorgemaßnahmen. Lassen Sie sich von einem qualifizierten Facharzt beräten und gemeinsam den individuell besten Behandlungsweg für Ihre Situation erarbeiten.
Weitere Informationen zu verwandten Eingriffen finden Sie auf unseren Seiten zur Nasen-OP, zur Nasenkorrektur ohne OP sowie zur Gesichtsstraffung.
Kosten für Nasenkorrektur nach Stadt
Richtwerte in deutschen Großstädten. Abweichungen je nach Klinik, Aufwand und individuellem Befund möglich.
| Stadt | Von | Bis |
|---|---|---|
| München | 3.800 € | 10.000 € |
| Berlin | 3.400 € | 9.200 € |
| Hamburg | 3.600 € | 9.600 € |
| Frankfurt am Main | 3.600 € | 9.600 € |
| Köln | 3.300 € | 8.800 € |
| Düsseldorf | 3.400 € | 9.200 € |
| Stuttgart | 3.400 € | 9.200 € |
| Hannover | 3.300 € | 8.800 € |
Richtwerte, verbindliche Kosten nur nach persönlicher Untersuchung durch einen Facharzt.
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