Nahtmaterial
Nahtmaterial ist der Faden, mit dem Gewebe wieder vereinigt wird. Die Auswahl richtet sich nach Schicht, Spannung, Heilungsdauer und Infektionsrisiko. In der plastischen Chirurgie hat sie unmittelbaren Einfluss auf das spätere Narbenbild.
Resorbierbar oder nicht
Resorbierbares Material wird vom Körper über Wochen bis Monate abgebaut. Es kommt überall dort zum Einsatz, wo ein Faden nicht wieder entfernt werden kann, also in tieferen Schichten, und zunehmend auch in der Haut, siehe Intrakutannaht. Nicht resorbierbares Material bleibt dauerhaft stabil und wird entweder gezogen oder bewusst belassen, etwa bei Nähten, die dauerhaft Halt geben sollen.
Monofil oder geflochten
Monofile Fäden bestehen aus einem einzigen glatten Strang. Sie gleiten gut durch das Gewebe und bieten Bakterien wenig Angriffsfläche. Geflochtene Fäden sind aus mehreren Fasern gedreht, halten Knoten besser, können in ihren Zwischenräumen aber Keime beherbergen. In infektionsgefährdeten Regionen wird deshalb monofilem Material der Vorzug gegeben, siehe auch Biofilm.
Fadenstärke
Die Stärke wird in einer Skala mit Nullen angegeben: Je mehr Nullen, desto dünner der Faden. Im Gesicht kommen sehr feine Fäden zum Einsatz, an Bauch und Rücken deutlich kräftigere, weil dort mehr Zug lastet. Ein zu dicker Faden im Gesicht hinterlässt sichtbare Spuren, ein zu dünner an der Bauchdecke hält der Spannung nicht stand.
Auswahl nach Schicht
Die tragenden Nähte liegen in Unterhaut und Bindegewebe und bestehen meist aus länger haltbarem resorbierbarem Material. Sie nehmen die Spannung auf, damit die Hautnaht spannungsfrei bleibt. Erst darüber folgt die feine Hautnaht. Bei Straffungen mit hoher Spannung wie der Fleur de Lis Abdominoplastik ist diese Lastverteilung entscheidend für die Vermeidung einer Dehiszenz.
Fädenziehen
Nicht resorbierbare Hautfäden werden je nach Region zu unterschiedlichen Zeitpunkten entfernt, im Gesicht früher als am Rumpf oder an den Beinen, weil die Durchblutung und die Belastung sich unterscheiden. Der genaue Termin wird von der Praxis vorgegeben. Zu frühes Entfernen begünstigt das Aufgehen der Wunde, zu spätes hinterlässt Stichmarken.
Typische Probleme
Vorkommen können Fadenreaktionen mit kleinen Entzündungsknötchen, herauswachsende Fadenenden, verzögerter Abbau bei resorbierbarem Material sowie Fadenfisteln, bei denen sich um einen tiefen Faden eine kleine Eiteransammlung bildet. Diese Befunde sind meist harmlos, gehören aber in die Praxis und nicht in Eigenbehandlung, siehe Wundheilungsstörung.
Häufige Fragen
Lösen sich alle inneren Fäden auf?
Die meisten ja. Manche Nähte werden bewusst aus dauerhaftem Material gesetzt, wenn sie Halt geben sollen.
Warum kommt Monate später noch ein Faden heraus?
Ein tiefer Faden kann sich an die Oberfläche arbeiten. Das ist unangenehm, aber in der Regel harmlos.
Beeinflusst das Material die Narbe?
Ja, gemeinsam mit Technik und Spannung. Entscheidend ist ein spannungsfreier Verschluss in Schichten.
Ist Gewebekleber eine Alternative?
Für kurze, spannungsfreie Wunden ja. Für tragende Nähte nicht.
Tut das Fädenziehen weh?
Es wird meist als kurzes Ziehen empfunden und dauert nur Sekunden je Faden.
Kann ich auf resorbierbares Material bestehen?
Sie können den Wunsch äußern. Die Auswahl richtet sich aber nach Region und Belastung der Naht.
Weitere Artikel
Lidstraffung Vorher Nachher
Was eine Lidstraffung realistisch verändert: Augenpartie, Faktoren, Zeitverlauf und realistische Erwartungen.
Mehr erfahren →Liposuktion in Leipzig: Ärzte
Liposuktion in Leipzig: Fachärzte aus dem Verzeichnis, Ablauf, Kosten zur Orientierung und worauf bei der Ausw…
Mehr erfahren →Rhinoplastik: Fachbegriff für die Nasenkorrektur
Rhinoplastik: der Fachbegriff für die Nasenkorrektur. Offene und geschlossene Methode, Septumkorrektur und fin…
Mehr erfahren →Brustvergrößerung in Karlsruhe: Ärzte
Brustvergrößerung in Karlsruhe: Fachärzte aus dem Verzeichnis, Ablauf, Kosten zur Orientierung und worauf bei …
Mehr erfahren →