Intrakutannaht
Bei der Intrakutannaht verläuft der Faden fortlaufend innerhalb der Haut, parallel zur Oberfläche. Er tritt nicht wie bei der Einzelknopfnaht in regelmäßigen Abständen aus, sondern nur an den Enden oder gar nicht. Dadurch entstehen keine Stichkanäle quer zur Narbe, was das kosmetische Ergebnis verbessert.
Technik
Der Faden wird in der Lederhaut geführt und in kleinen Schlaufen von einer Wundseite zur anderen gestochen, sodass die Wundränder gleichmäßig aneinanderliegen. Verwendet wird meist ein resorbierbares, glattes Nahtmaterial, das sich nach Wochen auflöst. Alternativ kommt ein nicht auflösbarer Faden zum Einsatz, der nach der Heilung an einem Ende herausgezogen wird.
Vorteile
Da keine Fäden quer über die Narbe laufen, entfallen die früher typischen Strickleitermuster. Der Zug verteilt sich über die gesamte Naht statt punktuell, was Druckstellen verringert. Für Betroffene entfällt bei resorbierbarem Material zudem das Fädenziehen. Verwendet wird die Technik bei fast allen ästhetischen Eingriffen mit sichtbarer Narbe, etwa nach Bruststraffung, Abdominoplastik oder Brachioplastik.
Das Zusammenspiel der Schichten
Die Hautnaht allein trägt die Spannung nicht. Entscheidend für ein feines Narbenbild sind die darunterliegenden Nähte in Unterhaut und Bindegewebe, die den Zug übernehmen. Erst wenn die Wundränder spannungsfrei aneinanderliegen, kann die Intrakutannaht ihre Wirkung entfalten. Bleibt Spannung bestehen, verbreitert sich die Narbe unabhängig von der Technik.
Grenzen
Bei infizierten oder stark verschmutzten Wunden ist eine fortlaufende Naht ungeeignet, weil sich Sekret nicht abführen lässt. Auch bei sehr dünner oder vorgeschädigter Haut, bei starker Spannung und in Regionen mit hoher Beweglichkeit stößt sie an Grenzen. Reißt der Faden an einer Stelle, betrifft das die gesamte Naht, was ein Nachteil gegenüber Einzelnähten ist, siehe Dehiszenz.
Nachsorge
Häufig werden zusätzlich Klebestreifen aufgebracht, die die Naht entlasten. Sie bleiben nach Anweisung mehrere Tage bis Wochen. Danach beginnt die eigentliche Narbenpflege, siehe Narbenpflege nach der Operation. Fadenreste, die sich an der Oberfläche zeigen, gehören in die Praxis und nicht selbst gezogen.
Andere Verschlusstechniken
Einzelknopfnähte sind robuster und erlauben punktuelles Öffnen, hinterlassen aber eher Stichmarken. Klammern werden bei sehr langen Schnitten und in der Notfallchirurgie eingesetzt. Gewebekleber eignet sich für kurze, spannungsfreie Wunden. Welche Technik gewählt wird, hängt von Region, Spannung und Infektionsrisiko ab.
Häufige Fragen
Muss ich zum Fädenziehen?
Bei resorbierbarem Material nicht. Wird ein nicht auflösbarer Faden verwendet, wird er in der Praxis herausgezogen.
Warum juckt die Narbe beim Auflösen?
Der Abbau des Fadenmaterials ist ein normaler Vorgang, der Juckreiz auslösen kann.
Kann ein Fadenrest herauswachsen?
Das kommt vor, besonders an den Enden. Melden Sie es, statt daran zu ziehen.
Verhindert diese Naht eine breite Narbe?
Sie begünstigt ein feines Ergebnis. Entscheidend bleiben Spannung, Region und individuelle Heilung.
Wie lange hält die Naht?
Resorbierbares Material verliert seine Festigkeit über Wochen, während das Gewebe zunehmend selbst trägt.
Darf ich mit der Naht duschen?
Nach Freigabe der Praxis, meist nach wenigen Tagen. Baden und Sauna folgen deutlich später.
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