Symmastie
Als Symmastie bezeichnet man das Zusammenlaufen beider Brüste über dem Brustbein. Die Haut hebt sich in der Mitte vom Knochen ab, das Dekolleté verliert seine natürliche Trennung. Umgangssprachlich fallen dafür Begriffe wie Uniboob. Der Befund tritt fast ausschließlich nach einer Brustvergrößerung mit Implantaten auf und gilt als Komplikation, die eine operative Korrektur verlangt.
Wie sie entsteht
Zwischen beiden Brüsten sitzen Bindegewebsfasern, die die Haut am Brustbein verankern. Wird die Implantattasche zur Mitte hin zu weit präpariert, lösen sich diese Verankerungen. Die beiden Taschen verbinden sich dann zu einem einzigen Raum, in dem die Implantate nach innen wandern. Da der Druck des Implantats dauerhaft wirkt, verstärkt sich der Befund mit der Zeit eher, als dass er von selbst zurückgeht.
Risikofaktoren
Begünstigend wirken Implantate, deren Breite nicht zum Basisdurchmesser der Brust passt, sowie der Wunsch nach einem sehr engen Dekolleté, der zu einer ausgedehnten Präparation zur Mitte verleitet. Auch dünne Weichteildeckung, mehrfache Voroperationen und eine ausgeprägte Kapselbildung nach vorangegangener Kapselfibrose erhöhen das Risiko. Bei der submuskulären Lage kann eine zu weitgehende Ablösung des Muskels am Brustbein denselben Effekt haben.
Woran man sie erkennt
Typisch ist, dass sich die Haut über dem Brustbein anheben lässt oder gar nicht mehr flach aufliegt. Im Liegen laufen die Implantate zur Mitte statt zur Seite. Manche berichten über ein Spannungsgefühl in der Mitte des Brustkorbs. Abzugrenzen ist ein von Natur aus schmaler Abstand zwischen beiden Brüsten, der ohne Ablösung der Haut besteht und keinen Krankheitswert hat.
Korrektur
Die Behandlung ist operativ und läuft auf einen Revisionseingriff hinaus. Üblich ist, die Tasche zur Mitte hin wieder zu verschließen, also die Kapsel mit Nähten zu raffen, teils zusätzlich verstärkt durch körpereigenes Gewebe oder ein Netz. Häufig wird zugleich auf ein schmaleres Implantat mit höherem Profil gewechselt oder die Ebene verändert. Nach dem Eingriff wird der Bereich mehrere Wochen entlastet, üblicherweise mit angepasster Kompressionswäsche und einem Gurt, der die Implantate nach außen hält.
Vorbeugung
Der wirksamste Punkt liegt in der Planung: Die Implantatbreite richtet sich nach den Maßen der Brust und nicht nach der gewünschten Körbchengröße. In der Operation wird zur Mitte hin sparsam präpariert. Wer sich ein sehr enges Dekolleté wünscht, sollte im Beratungsgespräch klar hören, wo die anatomische Grenze liegt, siehe auch die Checkliste zur Vorbereitung.
Häufige Fragen
Geht eine Symmastie von selbst zurück?
Nein. Der Zug des Implantats wirkt dauerhaft, weshalb sich der Befund ohne Korrektur eher verstärkt.
Muss das Implantat entfernt werden?
Nicht zwingend. Häufig wird die Tasche verkleinert und ein passenderes Implantat eingesetzt. In schwierigen Fällen ist eine Pause ohne Implantat sinnvoll.
Wie lange dauert die Heilung nach der Korrektur?
Die Nähte in der Kapsel brauchen Schonung. Sportliche Belastung des Oberkörpers wird meist deutlich länger zurückgestellt als nach der Ersteingriff.
Ist ein schmaler Abstand zwischen den Brüsten schon eine Symmastie?
Nein. Entscheidend ist, ob die Haut am Brustbein abgelöst ist und die Taschen ineinander übergehen.
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