G Prime
G Prime ist ein Messwert für die Festigkeit eines Fillers. Er beschreibt, wie stark ein Gel einer Verformung widersteht und in seine Ausgangsform zurückkehrt. In der Praxis wird er genutzt, um Produkte für aufbauende und für weiche Anwendungen zu unterscheiden.
Was der Wert beschreibt
Ein Gel verhält sich teils fest, teils flüssig. G Prime steht für den elastischen Anteil, also für die Fähigkeit, unter Druck die Form zu halten. Ein hoher Wert bedeutet ein festes Gel, ein niedriger ein weiches. Bestimmt wird er im Labor, die Werte verschiedener Hersteller sind wegen unterschiedlicher Messbedingungen nur eingeschränkt vergleichbar.
Hoher G Prime
Feste Gele eignen sich, um Struktur aufzubauen. Sie werden tief eingebracht, häufig direkt auf dem Knochen, siehe supraperiostale Injektion. Typische Zonen sind Kieferlinie, Kinn und Wangenaufbau. Zu oberflächlich platziert wirken sie als tastbare Knoten oder heben die Haut ungleichmäßig an.
Niedriger G Prime
Weiche Gele verteilen sich gleichmäßiger und folgen der Bewegung. Sie kommen dort zum Einsatz, wo Mimik wirkt oder wo Feinheit zählt, etwa an den Lippen, an feinen Fältchen oder zur Hautverbesserung, siehe Biorevitalisierung. Für tragende Aufgaben reichen sie nicht, dort würden sie einsinken.
Weitere Kennwerte
Neben G Prime beschreiben Hersteller die Kohäsivität, also den Zusammenhalt des Gels, und die Hydrophilie, also die Fähigkeit Wasser zu binden. Ein stark wasserbindendes Produkt schwillt nach der Injektion stärker nach, was in empfindlichen Zonen wie unter dem Auge unerwünscht ist. Zusammen mit dem Grad der Kreuzvernetzung ergibt sich daraus das Anwendungsprofil.
Auswahl in der Praxis
Die Auswahl folgt der Frage, ob Struktur oder Weichheit gebraucht wird, wie dick die Haut ist und wie stark die Zone bewegt wird. In einer Behandlung werden häufig mehrere Produkte kombiniert, etwa ein festes Gel für den Aufbau und ein weiches für die Oberfläche. Das erklärt, warum eine Behandlung nicht über ein einzelnes Produkt beschrieben werden kann.
Grenzen des Werts
G Prime ist ein Laborwert und keine Garantie für ein Ergebnis. Er sagt nichts über Haltbarkeit, Verträglichkeit oder die Qualität der Injektionstechnik aus. Marketingaussagen, die allein damit werben, greifen zu kurz. Entscheidend bleiben Indikation, Platzierung und Menge.
Häufige Fragen
Ist ein hoher Wert hochwertiger?
Nein, er beschreibt nur eine Eigenschaft. Für viele Zonen sind weiche Gele die bessere Wahl.
Kann ich den Wert im Beipackzettel nachlesen?
Nicht immer. Hersteller geben ihn in Fachunterlagen an, nicht in jeder Produktinformation.
Hängt die Haltbarkeit davon ab?
Nur teilweise. Vernetzung, Konzentration, Menge und Bewegung der Region spielen ebenfalls hinein.
Warum schwillt es nach manchen Behandlungen stärker?
Weil manche Gele mehr Wasser binden. Das ist eine Produkteigenschaft und kein Fehler.
Kann ein festes Gel tastbar bleiben?
In dünner Haut ja, besonders wenn es zu oberflächlich liegt. In der geplanten Tiefe auf dem Knochen ist es in der Regel nicht spürbar.
Sollte ich nach dem Wert fragen?
Nützlicher ist die Frage, welches Produkt in welcher Tiefe verwendet wird und warum es zu der behandelten Zone passt.
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