Retaining Ligamente
Retaining Ligamente sind Haltebänder des Gesichts. Es handelt sich um Bindegewebszüge, die Haut und Weichteile am Knochen oder an tieferen Strukturen verankern. Sie erklären, warum das Gesicht nicht gleichmäßig absinkt, sondern in Zonen, und sie sind ein zentrales Thema jeder Gesichtsstraffung.
Funktion
Die Bänder halten die Weichteile in Position, damit die Mimik nicht das gesamte Gewebe verschiebt. Man unterscheidet echte Bänder, die von Knochen zur Haut ziehen, und falsche, die zwischen Faszien und Muskeln verlaufen. Gemeinsam bilden sie ein Netz, das mit der Muskelschicht des SMAS zusammenarbeitet.
Die wichtigsten Bänder
Am Jochbein verankert das zygomatische Band die Wange, im Bereich des Unterkiefers das mandibuläre Band. Weitere Verankerungen liegen vor dem Ohr und an der Augenhöhle. Genau an diesen Punkten entstehen im Alter typische Grenzlinien, etwa die Wangenfalte oder die Grenze zur Kieferlinie.
Rolle bei der Alterung
Weil die Bänder das Gewebe punktuell festhalten, sinkt das Gewebe dazwischen ab. Daraus entstehen Wülste oberhalb und Vertiefungen entlang der Verankerung. Die Nasolabialfalte und die Marionettenfalte sind auf diese Weise mitgeprägt, ebenso der Übergang zum Malarfettpolster.
Bedeutung in der Chirurgie
Wer nur die Haut strafft, zieht gegen diese Verankerungen an. Das Ergebnis wirkt gespannt und hält kürzer. Werden die Bänder gezielt gelöst, lässt sich das Gewebe in seine ursprüngliche Position zurückverlagern, ohne Zug auf die Haut zu geben. Genau darauf beruht der Unterschied zwischen einfachen Hautstraffungen und Techniken wie dem Deep Plane Lift. Das Lösen erfolgt nahe wichtiger Nerven, weshalb anatomische Kenntnis entscheidend ist.
Bedeutung bei Injektionen
Auch bei Unterspritzungen spielen die Bänder eine Rolle. Sie erklären, warum Volumen an bestimmten Stellen nicht über eine Grenze hinaus wandert und warum eine Falte trotz Auffüllung sichtbar bleiben kann. Behandelt wird deshalb häufig nicht die Falte selbst, sondern die abgesunkene Zone oberhalb, siehe Filler Injektionen.
Grenzen
Nicht jede Veränderung im Gesicht lässt sich über die Haltebänder erklären. Volumenverlust an Fett und Knochen, nachlassende Hautqualität und die dauerhafte Zugrichtung der mimischen Muskulatur wirken parallel. Eine Behandlung, die nur einen dieser Punkte adressiert, greift entsprechend kurz. Das Lösen von Haltebändern ist kein Selbstzweck. Zu ausgedehntes Vorgehen kann das Gesicht flach und ausdruckslos wirken lassen, außerdem steigt das Risiko für Nervenreizungen und Schwellungen. Deshalb wird der Umfang am Befund ausgerichtet, nicht an der Technik als Marke.
Häufige Fragen
Kann man Haltebänder trainieren?
Nein. Es handelt sich um Bindegewebe, das sich nicht wie Muskulatur kräftigen lässt.
Warum bleibt eine Falte trotz Filler sichtbar?
Weil sie oft an einer Verankerung liegt. Wirksamer ist häufig der Volumenaufbau oberhalb der Linie.
Hält ein Lifting länger, wenn Bänder gelöst werden?
Das Gewebe lässt sich spannungsärmer verlagern, was dem Ergebnis zugutekommt. Eine feste Haltbarkeit lässt sich daraus nicht ableiten.
Sind alle Gesichter gleich aufgebaut?
Der Grundaufbau ja, Lage und Stärke der Bänder unterscheiden sich individuell.
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