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Vergleich Plastischer Chirurgen

Dieser Vergleich basiert auf öffentlich verfügbaren Informationen und dient nur zur Orientierung. Bitte konsultieren Sie vor einer Behandlung persönlich einen qualifizierten Facharzt.

Serafast: Polyglactin 910 Naht von Serag-Wiessner

Serafast ist eine resorbierbare geflochtene Naht von Serag-Wiessner GmbH & Co. KG (Naila, Bayern, Deutschland). Das Nahtmaterial besteht aus Polyglactin 910: einem Copolymer aus 90% Polyglycolsäure (PGA) und 10% Poly-L-Milchsäure (PLLA). Diese Zusammensetzung entspricht der Pharmakopeial-Definition von Polyglactin 910 und ist ident mit der chemischen Zusammensetzung des international bekannten Vicryl (Johnson & Johnson). Serafast ist mit oder ohne Beschichtung (Serafast Rapid) sowie in verschiedenen Stärken von USP 6-0 bis USP 2 erhältlich.

  1. Zusammensetzung und Eigenschaften
  2. Resorptionsverhalten
  3. Produktvarianten
  4. Indikationen
  5. Handhabung
  6. Häufige Fragen

Zusammensetzung und Eigenschaften

Polyglactin 910 wird durch Copolymerisation von Glycolid (90 Mol-%) und L-Lactid (10 Mol-%) hergestellt. Das entstehende Copolymer weist im Vergleich zu reiner Polyglycolsäure eine verbesserte Verarbeitbarkeit und flexiblere Fadenstruktur auf. Der Faden wird mit einem Gemisch aus Polyglactin 370 und Calciumstearat beschichtet, was die Gleit­eigenschaften verbessert und den Durchzug durch Gewebe erleichtert.

Serafast ist geflochten (braided), was im Vergleich zu monofilen Fäden eine höhere Knotensicherheit und bessere Handhabbarkeit bietet, jedoch ein leicht höheres Infektionsrisiko birgt als glatte monofila. Für Bereiche mit erhöhter Infektionsgefahr wird ein monofiles Material bevorzugt.

Resorptionsverhalten

Serafast (Standard-Polyglactin 910) verliert:

  • ~75% seiner Reißkraft nach 2 Wochen
  • ~50% nach 3 Wochen
  • Die Resorption durch Hydrolyse ist nach 56 bis 70 Tagen vollständig abgeschlossen

Serafast Rapid (beschleunigt resorbierend) verliert schneller Zugfestigkeit und ist vollständig resorbiert nach 35 bis 42 Tagen. Es eignet sich für Schleimhautversch­lüsse und epidermal Wunden, bei denen eine frühere Nahtentfernung nicht praktikabel ist.

Produktvarianten

  • Serafast: Standard-Polyglactin-910-Naht, beschichtet, geflochten
  • Serafast Rapid: beschleunigt resorbierende Variante für kürzere Gewebehaltung
  • Serafast Plus: mit Triclosan-Antibiotikabeschichtung zur Reduktion bakterieller Kolonisation (wo regulatorisch zugelassen)

Indikationen in der Ästhetischen Chirurgie

  • Subkutane und dermale Nähte bei Exzisionen, Gewebetransplantationen und Korrekturen
  • Intradermalnaht (fortlaufend) für minimalst sichtbare Narben
  • Fascien- und Muskelnähte in plastisch-rekonstruktiven Eingriffen
  • Mukosa-Nähte in der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
  • Nahtverschluss nach Brust- und Körperformungseingriffen

Handhabung

Serafast ist für die Verwendung mit einmaligem Gebrauch vorgesehen und steril in Einzel-Folienverpackungen geliefert. Die Fäden sind auf gebogenen Nadeln verschiedener Geometrien (rund, schneidend, tapercut) aufgemontert und in Längen von 45 bis 75 cm erhältlich. Die Beschichtung ergibt ein glattes Gleiten und gleichmäßige Knoten. Beim Knüpfen empfiehlt Serag-Wiessner mindestens 3 chirurgische Knoten für sichere Knotenverriegelung.

Als Hersteller aus Naila (Bayern) produziert Serag-Wiessner seine Nahtmaterialien nach ISO 13485 und erfüllt die Anforderungen der Europäischen Medizinprodukterichtlinie (EU-MDR). Die Produkte sind in Deutschland und europaweit im chirurgischen Fachhandel erhältlich.

Knotensicherheit und Fadenverhalten

Eine besondere Eigenschaft geflochtener Nähte wie Serafast ist die hohe Knotensicherheit. Im Vergleich zu monofilem Material lassen sich Knoten bei geflochtenen Fäden sicherer ziehen und halten, da die Faserstruktur das Herausgleiten des Knotens verhindert. Gleichzeitig bietet die Beschichtung mit Polyglactin 370 und Calciumstearat ein glattes Durchziehen durch Gewebe, was Reibungsverletzungen minimiert. Dies ist besonders relevant bei Tiefennähten in plastisch-chirurgischen Eingriffen, bei denen der Faden über mehrere Zentimeter durch Gewebeschichten geführt wird.

Der Faden ist nicht kapillar (dank der Beschichtung), was das Einschleppen von Keimen in tiefere Gewebeschichten durch den Kapillareffekt minimiert, ein wichtiger Sicherheitsvorteil gegenüber unbeschichteten geflochtenen Fäden in infektionsgefährdeten Bereichen.

Über Serag-Wiessner

Serag-Wiessner ist ein inhabergeführtes deutsches Unternehmen mit langer Tradition in der Herstellung chirurgischer Nahtmaterialien. Das Unternehmen wurde 1899 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Naila, Bayern. Serag-Wiessner bietet ein breites Portfolio resorbierbarer und nicht-resorbierbarer Nahtmaterialien an, darunter neben Serafast und Serafit auch Produkte auf Basis von Polydioxanon (PDS-Äquivalent), Polypropylen (PP) und natürlichen Materialien wie Seide und Catgut.

Die Qualitätsstrategie von Serag-Wiessner beruht auf vollständig integrierter Produktion: Von der Polymerherstellung über die Faden­extrusion und -flechtung bis zur Nadel­montage und Sterilisation erfolgen alle Produktionsschritte im eigenen Werk. Dies gibt dem Unternehmen hohe Kontrolle über Qualitätssicherung und Lieferkettenkonsistenz.

Im Bereich der ästhetischen Chirurgie sind Serafast und Serafit in vielen deutschen und europäischen plastisch-chirurgischen Praxen als vertrauenswürdige Alternativen zu Produkten multinationaler Anbieter etabliert. Der Service und die Verfügbarkeit in Deutschland werden als besonderer Vorteil des Herstellers in Naila hervorgehoben.

Serag-Wiessner engagiert sich zudem in der chirurgischen Ausbildung und Fortbildung und bietet Chirurgen regelmäßige Workshops zu Nahttechniken und Knotensicherheit an. Das Unternehmen ist Mitglied relevanter Branchenverbände und engagiert sich aktiv in der Normung für Nahtmaterialien auf nationaler und europäischer Ebene. Durch dieses Engagement sichert Serag-Wiessner nicht nur die Qualität eigener Produkte, sondern trägt zur Weiterentwicklung von Standards für resorbierbare Nahtmaterialien in ganz Europa bei. Für Einkäufer in Krankenhäusern und Praxen bietet Serag-Wiessner neben Einzelgebinden auch Großpackungen und kundenspezifische Konfigurationen an. Die technische Dokumentation zu allen Produkten entspricht den aktuellen Anforderungen der EU-MDR 2017/745, und die Produkte sind im EUDAMED-Implantatregister eingetragen, soweit als aktive Implantate klassifiziert. Für die Dokumentation in der Patientenakte empfiehlt Serag-Wiessner die Verwendung des Produktetiketts mit Chargennummer und UDI-Code für vollständige Rückverfolgbarkeit.

Häufige Fragen

⚠ Rechtlicher Hinweis: Die Inhalte auf dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung oder Diagnose. Behandlungen dürfen nur von approbierten Ärzten durchgeführt werden. Sprechen Sie vor jeder Maßnahme mit einem Facharzt.

Häufige Fragen

Serafast und Vicryl (Ethicon/J&J) haben dieselbe chemische Grundzusammensetzung (Polyglactin 910). Serafast ist die Eigenmarke von Serag-Wiessner; beide Produkte unterliegen denselben Pharmakopeial-Standards. Unterschiede können in Beschichtungsformulierungen, Nadelvarianten und Verpackungsformaten bestehen.
Standard-Serafast hält die Zugfestigkeit für etwa 3 bis 4 Wochen. Die vollständige Resorption erfolgt nach 56 bis 70 Tagen. Serafast Rapid resorbiert früher (35 bis 42 Tage vollständig).
Für superfizielle epidermal Nähte ist Serafast Rapid geeignet; Standard-Serafast kann zu lang verbleiben und Gewebereaktionen verursachen. Für Hautoberflächen­nähte, die resorbierbar sein sollen, wird Serafast Rapid bevorzugt.