Ptosis der Brust
Als Ptosis der Brust, medizinisch Mammaptose, bezeichnet man das Absinken der Brust, bei dem die Brustwarze unter die Unterbrustfalte rutscht. Sie ist keine Erkrankung, sondern eine Form- und Spannungsveränderung des Gewebes. Der Begriff Ptosis steht allgemein für ein Absinken und wird auch am Augenlid verwendet. Diese Seite behandelt die Brust. Informationen zum hängenden Oberlid finden Sie unter Lidstraffung und Blepharoplastik.
Was ist eine Brustptose
Brust und Haut werden von Bindegewebe und der Spannkraft der Haut gehalten. Lassen Spannkraft und Bindegewebe nach, sinkt das Drüsen- und Fettgewebe nach unten, die Haut dehnt sich und die Brustwarze wandert tiefer. Maßgeblich für die Beurteilung ist die Lage der Brustwarze im Verhältnis zur Unterbrustfalte, also der Hautfalte unter der Brust. Liegt die Brustwarze auf oder unter dieser Falte, spricht man von einer Ptose.
Ursachen
Eine Brustptose entsteht meist aus mehreren Faktoren zusammen:
- Schwangerschaft und Stillzeit mit wiederholtem Dehnen und Zurückbilden des Gewebes
- stärkere Gewichtsschwankungen, die Haut und Volumen verändern
- natürliche Hautalterung mit nachlassender Spannkraft und Kollagenabbau
- Größe und Gewicht der Brust, da schwereres Gewebe stärker der Schwerkraft folgt
- ein von Natur aus schwächeres Bindegewebe sowie Rauchen
Die Brustptose ist damit ein normaler Vorgang, der bei vielen Frauen im Lauf des Lebens auftritt.
Schweregrade nach Regnault
Zur Einteilung dient meist die Regnault Klassifikation, die sich an der Lage der Brustwarze zur Unterbrustfalte orientiert:
| Grad | Lage der Brustwarze | Einordnung |
|---|---|---|
| Grad 0 | oberhalb der Unterbrustfalte | keine Ptose |
| Grad 1 | auf Höhe der Unterbrustfalte | leicht |
| Grad 2 | unterhalb der Falte, aber oberhalb des tiefsten Punktes der Brust | mittel |
| Grad 3 | unterhalb der Falte am tiefsten Punkt der Brust | ausgeprägt |
Daneben gibt es die Pseudoptose, bei der die Brust aus der Ferne abgesunken wirkt, die Brustwarze aber noch oberhalb der Unterbrustfalte liegt. Hier fehlt vor allem Volumen im unteren Bereich, während die Hauthülle erschlafft ist.
Selbsteinschätzung
Zur groben Einschätzung legen Sie einen Finger in die Unterbrustfalte und vergleichen die Höhe mit der Mitte der Brustwarze. Liegt die Brustwarze deutlich unter der Falte, spricht das für eine stärkere Ptose. Die genaue Einordnung und die Frage, ob zusätzlich Volumen fehlt oder Haut überschüssig ist, klärt eine Untersuchung in der Praxis.
Behandlung
Eine bestehende Ptose lässt sich durch Training oder Cremes nicht rückgängig machen, da die Ursache in Haut und Bindegewebe liegt. Ein gut sitzender, stützender BH und ein stabiles Körpergewicht können das Fortschreiten verlangsamen, die Form aber nicht wiederherstellen.
Operativ wird die Ptose durch eine Bruststraffung (Mastopexie) korrigiert. Dabei werden überschüssige Haut entfernt, das Drüsengewebe angehoben und neu geformt sowie die Brustwarze nach oben versetzt. Je nach Ausmaß kommen unterschiedliche Schnittführungen zum Einsatz, von einem Schnitt um den Warzenhof über eine senkrechte Technik bis zum ankerförmigen Schnitt bei ausgeprägtem Befund. Fehlt zusätzlich Volumen, kann die Straffung mit einer Brustvergrößerung kombiniert werden. Mehr zur reinen Straffung steht unter Mastopexie.
Ablauf und Heilung
Der Eingriff erfolgt in der Regel in Vollnarkose. In den ersten Wochen wird ein Stütz-BH getragen, schweres Heben und Sport werden für mehrere Wochen vermieden. Schwellungen und ein Spannungsgefühl klingen über einige Wochen ab, das endgültige Ergebnis und die endgültige Narbenreifung stellen sich über Monate ein. Die Narben liegen in den genannten Schnittlinien und verblassen mit der Zeit.
Kosten
Eine Bruststraffung ist in der Regel eine Selbstzahlerleistung und beginnt ab etwa 5.500 Euro, zuzüglich Anästhesie und stationärem Aufenthalt. Der genaue Preis hängt von Technik, Aufwand und einer möglichen Kombination mit einer Brustvergrößerung ab. Eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist nur in seltenen Ausnahmefällen mit medizinischer Begründung möglich.
Häufige Fragen
Ab wann gilt eine Brust als ptotisch? Sobald die Brustwarze auf oder unter der Unterbrustfalte liegt. Die Einteilung erfolgt meist nach der Regnault Klassifikation in die Grade 1 bis 3.
Kann man eine Hängebrust ohne Operation straffen? Eine bestehende Ptose lässt sich konservativ nicht beheben. Ein stützender BH und ein stabiles Gewicht können das Fortschreiten verlangsamen, die Form aber nicht wiederherstellen.
Was ist der Unterschied zwischen echter Ptose und Pseudoptose? Bei der echten Ptose liegt die Brustwarze unter der Unterbrustfalte. Bei der Pseudoptose liegt sie noch darüber, es fehlt vor allem Volumen im unteren Bereich.
Hält das Ergebnis einer Bruststraffung dauerhaft? Das Ergebnis ist langfristig, Schwerkraft, Alterung, Gewichtsschwankungen und weitere Schwangerschaften können die Form über die Jahre erneut verändern.
Meint Ptosis immer die Brust? Nein. Ptosis bezeichnet allgemein ein Absinken und wird auch für das hängende Oberlid verwendet. Diese Seite behandelt die Brust.
Siehe auch
Verwandte Themen: Bruststraffung, Mastopexie, Brustvergrößerung und weitere Begriffe im Glossar Plastische Chirurgie.
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