Silhouette Soft: Resorbierbares Fadenlifting von Sinclair Pharma
Silhouette Soft ist ein resorbierbares Fadenlifting-System von Sinclair Pharma (London, UK). Die Behandlungsfäden bestehen aus Poly-L-Milchsäure (PLLA) und Polyglycolsäure (PGA) und sind mit konischen oder bidirektionalen Haken aus demselben resorbierbaren Material besetzt. Silhouette Soft vereint zwei Wirkprinzipien: eine sofortige mechanische Anhebung des erschlafften Gewebes und eine langfristige Stimulation der körpereigenen Kollagenproduktion durch das PLLA-Material.
- Technologie und Wirkprinzip
- Indikationen
- Behandlungsablauf
- Haltbarkeit und Resorption
- Vorteile gegenüber klassischen Fadenlifts
- Sicherheit und Nebenwirkungen
- Häufige Fragen
Technologie und Wirkprinzip
Silhouette Soft-Fäden bestehen aus einem Trägermonofilament aus PLLA/PGA, an dem konische Anker (Cones) in alternierenden Richtungen angeordnet sind. Diese Kegel verankern den Faden bidirektional im Gewebe, ohne aufgenäht werden zu müssen. Die Einführnadeln sind an beiden Enden des Fadens befestigt; nach dem Einführen werden die Nadeln entfernt und der Faden durch Kompression des Gewebes über die Eintrittspunkte aktiviert.
Der Wirkungsmechanismus ist zweiphasig:
- Phase 1 (Sofort): Mechanische Anhebung durch die Kegel, die das Weichteilgewebe aufnehmen und in die gewünschte Position bringen.
- Phase 2 (Langfristig): PLLA stimuliert als Biostimulator über Monate hinweg die Fibroblastenaktivität und Kollagensynthese. Während der Faden selbst nach 12 bis 18 Monaten resorbiert ist, bleibt das neu gebildete Kollagengerüst erhalten.
Indikationen
Silhouette Soft eignet sich primär für:
- Erschlaffung der Wangen und Jochbeinregion (Mittelgesicht)
- Verlust der Kieferlinie und Jowls (Unterkieferbereich)
- Hängende Mundwinkel und Nasolabialfalten
- Straffung des Halses und Kinnbereichs
- Augenbrauenanhebung (Brow Lift) mit spezifischen Fadenplatzierungen
Das Verfahren ist besonders für Patienten im Alter von 35 bis 60 Jahren geeignet, die einen ersten leichten Gewebeverlust und Erschlaffung aufweisen, aber noch keinen chirurgischen Facelift benötigen oder möchten.
Behandlungsablauf
Die Behandlung wird unter lokaler Anästhesie in der Arztpraxis oder Klinik durchgeführt. Nach Planung der Fadenverläufe anhand der Gesichtsanatomie werden die Einführnadeln mit dem Faden durch kleine Einstichpunkte in die Subkutis eingeführt. Die Kegel verankern sich im Weichteilgewebe, während der Arzt das Gewebe über die Eintrittspunkte strafft. Stichpunkte werden mit resorbierbaren Nähten oder Pflasterstreifen versorgt. Eine typische Sitzung dauert 30 bis 60 Minuten.
Postoperativ können Schwellungen, Blutergüsse und leichte Unregelmäßigkeiten an der Hautoberfläche auftreten, die sich innerhalb von 1 bis 2 Wochen zurückbilden. Besondere Aktivitäten (Sport, Massagen, intensive Mimik) sollten in den ersten Wochen eingeschränkt werden.
Haltbarkeit und Resorption
Das mechanische Lifting durch die Kegel ist unmittelbar spürbar, klingt jedoch während der Geweberemodelierungsphase in den ersten Wochen nach der Behandlung leicht ab. Das langfristige Ergebnis durch Kollagenneosynthese stabilisiert sich nach etwa 2 bis 3 Monaten. Die Gesamtdauer des sichtbaren Ergebnisses wird klinisch mit 12 bis 24 Monaten angegeben, wobei der kollagenstimulierende Effekt über die vollständige Resorption der Fäden (12-18 Monate) hinaus anhält.
Vorteile gegenüber klassischen Fadenlifts
Im Vergleich zu permanenten oder länger anhaltenden Fäden (z. B. aus Polyester oder Polydioxanon) bietet Silhouette Soft den Vorteil vollständiger Bioabbaubarkeit: Sollte ein Patient das Ergebnis nicht wünschen, lösen sich die Fäden ohne permanente Fremdkörperreaktion auf. Im Vergleich zu älteren gezackten Fäden (Barbed Sutures) sind die konischen Anker schonender zum Gewebe und erzeugen eine gleichmäßigere Anhebung.
Kombination mit anderen Behandlungen
Silhouette Soft wird häufig als Teil eines umfassenderen Verjüngungskonzepts eingesetzt. Viele Ärzte kombinieren die Fadentherapie mit anderen Modalitäten, um optimale Ergebnisse zu erzielen:
- HA-Filler: Für Volumenrestauration im Jochbereich oder Tränenfurche ergänzt Filler die mechanische Straffung durch Silhouette Soft
- Botulinumtoxin: Für obere Gesichtspartie (Stirn, Augenbrauen) als Komplementärbehandlung
- Skinbooster / PRP: Verbesserung der Hauteigenschaft und Kollagenqualität
- Laserbehandlungen: Für Hauttextur und Oberflächenverbesserungen
Das Timing der Kombinationsbehandlungen sollte mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden; in der Regel wird empfohlen, in den ersten 2 bis 4 Wochen nach dem Fadenlift keine mechanisch stark wirkenden Behandlungen in derselben Region durchzuführen, um die Fadenverankerung nicht zu gefährden.
Sicherheit und Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen sind Blutergüsse, Schwellungen, Druckempfindlichkeit und vorübergehende Unregelmäßigkeiten der Hautoberfläche. Seltenere Komplikationen umfassen Infektionen, Faden-Migration, Grübchenbildung und Asymmetrie. Eine sorgfältige Patientenauswahl, korrekte anatomische Kenntnisse und sterile Technik sind essenziell. Silhouette Soft ist ein CE-zertifiziertes Medizinprodukt der Klasse III.
Kontraindikationen umfassen aktive Hautinfektionen oder Entzündungen im Behandlungsbereich, bekannte Überempfindlichkeit gegen PLLA oder PGA, Autoimmunerkrankungen, Schwangerschaft sowie Patienten mit sehr dünner Haut oder starkem Geweberückgang, bei denen der Faden durch die Haut spürbar sein könnte. Der Behandler muss die individuelle Anatomie (Nervenverläufe, Gefäßstrukturen) im Gesicht kennen, um Komplikationen zu vermeiden.