CO2RE: Fraktionierter CO2-Laser von Candela
CO2RE ist ein fraktioniertes CO2-Lasersystem von Candela Medical (früher Syneron-Candela). Das Gerät emittiert bei einer Wellenlänge von 10.600 nm und arbeitet sowohl im fraktionierten als auch im ablativen Modus. CO2RE bietet Dermatologen und plastischen Chirurgen eine vielseitige Plattform für Hautresurfacing, Narbenbehandlung, Faltenreduktion und Behandlung aktinischer Keratosen.
- Technologie
- Behandlungsmodi
- Indikationen
- Behandlungsablauf
- Vergleich: CO2 vs. Erbium
- Sicherheit und Downtime
- Hersteller und Plattform
- Häufige Fragen
Technologie
CO2-Laser (Kohlendioxidlaser) emittieren Infrarotlicht bei 10.600 nm, das primär von Wasser im Gewebe absorbiert wird. Die Energie wird in Wärme umgewandelt, die Gewebeverdampfung (Ablation) und gleichzeitig thermale Kollagendenaturierung in umgebenden Schichten bewirkt. Die Wärmekoagulationszone neben der ablativen Zone stimuliert anschließend die Kollagenneubildung im Heilungsprozess, der wesentliche Mechanismus für Anti-Aging-Effekte.
Fraktionierte CO2-Laser (Fractional Photothermolysis, FP) behandeln das Gewebe in einem Raster mikroskopischer ablierter Säulen (Microscopic Treatment Zones, MTZs), umgeben von unbehandeltem Gewebe. Dieses Prinzip ermöglicht schnellere Heilung und reduzierte Nebenwirkungen im Vergleich zur vollflächigen Ablation, bei weitgehend vergleichbarer Langzeitwirkung auf Falten und Narben.
Behandlungsmodi
CO2RE bietet mehrere konfigurierbare Modi:
- Superfizial: Oberflächliche Exfoliation mit minimaler Downtime; für Hauttextur und leichte Photoaging-Zeichen
- Mid: Mittlere Ablationstiefe für moderate Falten und Pigmentveränderungen
- Deep: Tiefere Ablation für ausgeprägte Falten, tiefe Aknenarben und fortgeschrittenes Photoaging
- Fusion (kombiniert superfizial + deep): Simultane Behandlung oberflächlicher und tiefer Schichten in einem Scan
- Ablativ (nicht fraktioniert): Vollflächige Ablation für schwere Fälle
Indikationen
- Photoaging: Falten, Sonnenschäden, ungleichmäßige Pigmentierung, Lentigo solaris
- Aknenarben: Atrophe Narben (Ice-Pick, Rolling, Boxcar); CO2 fraktioniert gilt als Goldstandard
- Chirurgische und traumatische Narben: Reduktion von Erhabenheit, Rötung und Texturveränderungen
- Aktinische Keratosen (AK): Ablation prämaligner Läsionen; Feld-Behandlung möglich
- Rhinophym: Ablation von verdicktem Nasengewebe
- Hauterneuerung: Allgemeine Verbesserung von Textur, Poren und Hautton
Behandlungsablauf
Vor einer ablativen oder tief-fraktionierten CO2-Behandlung ist eine Lokalanästhesie (topisch oder tumeszent) notwendig. Bei superfizialem fraktioniertem CO2 kann die Behandlung mit topischem Anästhetikum oder ohne Betäubung erfolgen. Der Laser wird über das Behandlungsgebiet gescannt; die Expositionszeit und Dichte der MTZs wird vom Behandler eingestellt.
Nach der Behandlung ist mit einer Rötung und Krustenbildung von 5 bis 14 Tagen zu rechnen, abhängig vom Behandlungsmodus. Die neue Haut ist in den Wochen danach noch empfindlich; konsequenter Sonnenschutz (LSF 50+) und feuchtigkeitsspendende Wundpflege sind während der Heilungsphase obligatorisch.
Vergleich: CO2 vs. Erbium-YAG-Laser
Erbium-YAG-Laser (2940 nm) haben eine noch höhere Wasserabsorption als CO2, was präzisere, kühlere Ablation ermöglicht. CO2 hingegen hat eine größere Koagulationszone, was bessere Blutstillung und stärkere Kollagenkontraktion bedeutet. CO2 wird daher bei tieferen Narben, stärkerer Faltenausprägung und Rhinophym bevorzugt; Erbium bei oberflächlicheren Indikationen mit gewünschter schnellerer Heilung. Kombinationslaser (wie Fotona oder Sciton Contour TRL) ermöglichen den Wechsel zwischen beiden Wellenlängen.
Sicherheit und Downtime
Fraktioniertes CO2 in superfizialem Modus: 3 bis 7 Tage Downtime. Deep- oder Fusion-Modus: 7 bis 14 Tage. Ablativer Modus: bis zu 3 Wochen. Bekannte Risiken umfassen persistierende Rötung (Erythem, Wochen bis Monate), Hyper- und Hypopigmentierung, Herpesreaktivierung (prophylaktische Antiviral-Therapie ist Standard), seltene Narbenbildung und Ektropium im periorbitalen Bereich. Das CO2RE-System verfügt über Sicherheitsfunktionen wie einstellbare Pulsenergie und Scandichte, um die Behandlung individuell zu kalibrieren und das Risiko von Überhitzungen zu minimieren.
Hersteller und Plattform
CO2RE wurde ursprünglich von Syneron Medical entwickelt. Nach der Fusion von Syneron und Candela (2017) wurde das Gerät in das Candela-Portfolio integriert. Candela Medical ist bekannt für ein breites Portfolio an Laser- und Energiebasierte-Geräten für die ästhetische Medizin (Vbeam Prima, GentleMax Pro Plus, PicoWay, Frax 1550/1940). CO2RE ergänzt dieses Portfolio um die ablative und fraktioniert-ablative CO2-Plattform und ermöglicht es Praxen, ein vollständiges Spektrum von nicht-invasiver bis ablativ-invasiver Laserbehandlung unter einem Hersteller abzudecken.
Nachsorge und Patientenanleitung
Die Nachsorge nach CO2-Laserbehandlungen ist entscheidend für das endgültige Ergebnis und die Komplikationsminimierung. Folgende Punkte sind standardmäßig Teil des Nachsorgeprotokolls:
- Wundpflege: Regelmäßiges sanftes Reinigen der behandelten Haut mit nicht-reizendem Reiniger; Anwendung feuchtigkeitsspendender Okklusions-Produkte (z. B. Vaseline, zinkhaltige Wundcremes) während der Verkrustungsphase
- Sonnenschutz: Absolut kein UV-Kontakt in den ersten Wochen; nach vollständiger Abheilung täglich LSF 50+ obligatorisch für mindestens 6 Monate
- Keine irritierenden Produkte: Kein Retinol, keine AHA/BHA und keine aktiven Wirkstoffe, bis die Haut vollständig regeneriert ist (mindestens 4 bis 6 Wochen)
- Erythemmanagement: Persistierendes Erythem (Wochenbis Monate nach tiefen Behandlungen) kann mit mildem topischen Kortikoid oder Pulsed-Dye-Laser behandelt werden
Patienten sollten vor der Behandlung realistisch über die Downtime-Dauer informiert werden, um die Compliance mit der Nachsorge zu sichern. Bei Berufstätigen kann eine CO2-Behandlung eine soziale Auszeit von 1 bis 3 Wochen bedeuten.