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Vergleich von Plastischen Chirurgen

Hinweis: Dieser Vergleich basiert auf öffentlich verfügbaren Informationen und dient nur zur Orientierung. Bitte konsultieren Sie vor einer Behandlung persönlich einen qualifizierten Facharzt.

Was ist eine Brustwandkorrektur?

Die Brustwandkorrektur bezeichnet operative Eingriffe zur Behandlung von Formveränderungen des Brustkorbs. Zu den häufigsten Indikationen zählen die Trichterbrust (Pectus excavatum), bei der das Brustbein eingesunken ist, und die Hühnerbrust (Pectus carinatum), bei der das Brustbein vorgewölbt ist. Beide Fehlbildungen können angeboren oder erworben sein und sowohl ästhetisch als auch funktionell beeinträchtigend wirken.

Plastische und Thoraxchirurgen arbeiten bei diesen Eingriffen häufig eng zusammen, da neben dem äußeren Erscheinungsbild auch die Herzkreislauf- und Lungenfunktion relevant sein können.

Trichterbrust (Pectus excavatum)

Die Trichterbrust ist die häufigste Brustwandfehlbildung und betrifft etwa 1 von 400 Menschen – Männer häufiger als Frauen. Das Brustbein ist nach innen vertieft, was in ausgeprägten Fällen Herz und Lunge einengen und zu verminderter Belastbarkeit, Kurzatmigkeit oder Herzrhythmusstörungen führen kann.

Nuss-Verfahren (Minimalinvasiv)

Das Nuss-Verfahren ist heute der Goldstandard bei der Behandlung der Trichterbrust. Über zwei kleine Schnitte an der Seite des Brustkorbs wird ein gebogener Metallbügel hinter dem Brustbein platziert und gedreht, sodass er das Brustbein nach vorne drückt. Der Bügel verbleibt für zwei bis drei Jahre im Körper und wird anschließend ambulant entfernt. Dieses minimalinvasive Verfahren hinterlässt nur kleine Narben und hat kürzere Heilungszeiten als offene Operationen.

Ravitch-Verfahren (Offen)

Beim offenen Ravitch-Verfahren werden die veränderten Rippenknorpel durch einen Schnitt am Brustbein teilweise entfernt und das Brustbein in die korrekte Position gebracht. Dieses Verfahren ist aufwändiger, ermöglicht aber auch die Korrektur komplexer oder asymmetrischer Fehlbildungen.

Hühnerbrust (Pectus carinatum)

Bei der Hühnerbrust ist das Brustbein nach vorne gewölbt. Sie ist weniger häufig als die Trichterbrust und verursacht seltener funktionelle Einschränkungen. Neben konservativen Maßnahmen (Orthesen, physiotherapeutische Übungen) kann eine operative Korrektur erfolgen, die sich am Ravitch-Verfahren orientiert.

Weitere Indikationen für Brustwandkorrekturen

Poland-Syndrom

Beim Poland-Syndrom fehlen Teile des großen Brustmuskels sowie ggf. Rippen auf einer Seite. Die Brustwandkorrektur kombiniert in diesen Fällen knöcherne Rekonstruktion mit Weichteilrekonstruktion und ggf. Brustimplantaten.

Asymmetrien des Brustkorbs

Ausgeprägte Asymmetrien des Brustkorbs, die nach Verletzungen, Tumoreingriffen oder angeborenen Entwicklungsstörungen entstehen, können ebenfalls durch rekonstruktive Brustwandoperationen korrigiert werden.

Ablauf der Operation

  • Voruntersuchung: CT-Haller-Index-Bestimmung (Maß für die Tiefe der Trichterbrust), Lungenfunktion und Herzuntersuchung
  • Anästhesie: Eingriffe erfolgen in Vollnarkose
  • Dauer: 1–3 Stunden je nach Verfahren
  • Stationärer Aufenthalt: 3–7 Tage bei minimalinvasiven Verfahren, länger bei offenen Operationen
  • Nachsorge: Schonung, Physiotherapie, regelmäßige Kontrollen; bei Nuss-Bügel Entfernung nach 2–3 Jahren

Was kostet und Kostenübernahme?

Bei nachgewiesener funktioneller Einschränkung (z. B. Einschränkung von Herz- oder Lungenfunktion, Haller-Index > 3,25) übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten der Brustwandkorrektur in der Regel vollständig. Rein ästhetisch motivierte Eingriffe müssen privat bezahlt werden. Die Kosten liegen je nach Klinik und Verfahren zwischen 8.000 und 20.000 Euro.

Häufig gestellte Fragen zur Brustwandkorrektur

Ab welchem Alter kann eine Brustwandkorrektur durchgeführt werden?

Das Nuss-Verfahren wird häufig im Jugendalter (10–18 Jahre) durchgeführt, wenn der Brustkorb noch formbar ist. Erwachsene können ebenfalls operiert werden, die Ergebnisse sind aber oft etwas weniger vorhersehbar. Eine Altersgrenze nach oben gibt es grundsätzlich nicht – die Entscheidung trifft der Chirurg individuell anhand des Befunds.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Brustwandkorrektur?

Bei funktionell relevanter Trichterbrust – belegt durch Haller-Index, Lungenfunktionstest und ärztliche Gutachten – übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Operationskosten. Eine ausführliche Dokumentation der Beeinträchtigung ist für den Antrag notwendig.

Wie lange dauert die Erholung nach der Brustwandkorrektur?

Nach dem Nuss-Verfahren sind Patienten nach 2–4 Wochen wieder in der Lage, leichte Alltagsaktivitäten aufzunehmen. Sport und körperliche Belastung sind erst nach 3–6 Monaten wieder erlaubt. Das offene Ravitch-Verfahren erfordert in der Regel eine etwas längere Erholungsphase.

Welcher Arzt ist für eine Brustwandkorrektur zuständig?

Brustwandkorrekturen werden je nach Eingriff von Thoraxchirurgen, Plastischen Chirurgen oder interdisziplinären Teams durchgeführt. Suchen Sie einen Spezialisten mit Erfahrung in der Behandlung von Brustwandfehlbildungen und vereinbaren Sie zunächst ein ausführliches Beratungsgespräch.