Brustrekonstruktion: Methoden & Kosten
Die Brustrekonstruktion stellt nach einer Mastektomie (Brustentfernung) – meist nach Brustkrebs – die weibliche Körperkontur wieder her. Moderne Rekonstruktionstechniken liefern heute Ergebnisse, die natürlich aussehen und sich natürlich anfühlen. Die Entscheidung für eine Rekonstruktion und den Zeitpunkt liegt bei der Patientin – sie hat keinen Einfluss auf die Krebsprognose.
Wann und warum Brustrekonstruktion?
Eine Brustrekonstruktion kann aus psychologischen und ästhetischen Gründen das Wohlbefinden und das Körperbild nach einer belastenden Krebserkrankung erheblich verbessern. In Deutschland hat jede Patientin nach Mastektomie gesetzlichen Anspruch auf Brustrekonstruktion – die Kosten werden von der Krankenkasse vollständig übernommen.
Methoden der Brustrekonstruktion
Rekonstruktion mit Silikonimplantat
Das am häufigsten eingesetzte Verfahren. Ein Silikonimplantat wird unter den Brustmuskel oder unter die Haut eingesetzt. Oft wird zunächst ein Expander eingesetzt, der schrittweise mit Kochsalzlösung gefüllt wird, um die Haut zu dehnen, bevor das endgültige Implantat platziert wird. Vorteile: Kürzere OP, kein zweiter Entnahmebereich. Nachteile: Mögliche Kapselkontraktur, Implantatwechsel nach 10–15 Jahren.
Eigengewebe-Rekonstruktion (autolog)
Eigenes Körpergewebe aus Bauch, Rücken oder Oberschenkel wird zur Brustrekonstruktion genutzt:
- DIEP-Flap (Bauch): Haut und Fett aus dem Unterbauch – aufwendigstes, aber natürlichstes Ergebnis
- Latissimus-Dorsi-Flap (Rücken): Muskel-Haut-Lappen aus dem Rücken – oft mit kleinem Implantat kombiniert
- TUG-Flap (Oberschenkel): Gewebe aus dem inneren Oberschenkel
Eigengewebsrekonstruktionen altern natürlich mit dem Körper und haben keine Implantatprobleme. Der Eingriff ist jedoch komplexer und mit einer längeren Erholungszeit verbunden.
Brustwarzenrekonstruktion
Nach der Brustrekonstruktion kann in einem separaten, kleineren Eingriff die Brustwarze und der Warzenhof wiederhergestellt werden – durch lokale Gewebetransposition und anschließende Tätowierung des Warzenhofs.
Sofort- vs. verzögerte Rekonstruktion
- Sofortrekonstruktion: In derselben OP wie die Mastektomie – spart einen Eingriff, aber nur möglich wenn keine Bestrahlung geplant ist
- Verzögerte Rekonstruktion: Monate oder Jahre nach der Mastektomie – empfohlen wenn Bestrahlung nötig war oder die Patientin Zeit für die Entscheidung benötigt
Häufige Fragen zur Brustrekonstruktion
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Ja, vollständig. In Deutschland hat jede Patientin nach Mastektomie das gesetzliche Recht auf Brustrekonstruktion (§ 27 SGB V). Dies umfasst die Rekonstruktion selbst, die Gegenseitanpassung der gesunden Brust (durch Straffung oder Vergrößerung), die Brustwarzenrekonstruktion und die prothetische Versorgung. Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt über alle Möglichkeiten.
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Rekonstruktion?
Es gibt keinen „besten" Zeitpunkt – er hängt von der onkologischen Situation, dem Behandlungsplan (Bestrahlung?) und dem persönlichen Wunsch ab. Viele Chirurgen empfehlen, wenn onkologisch vertretbar, die Sofortrekonstruktion. Bei geplanter Bestrahlung ist die verzögerte Rekonstruktion vorzuziehen, da Bestrahlung Implantate und Eigengewebe beeinflussen kann.
Sieht die rekonstruierte Brust natürlich aus?
Mit modernen Methoden – besonders der Eigengewebsrekonstruktion – können sehr natürliche Ergebnisse erzielt werden. Narben sind unvermeidbar, aber erfahrene Chirurgen platzieren sie diskret. Viele Frauen sind mit ihren Ergebnissen sehr zufrieden und berichten von einem verbesserten Körpergefühl und Wohlbefinden.
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