PRP-Therapie: Eigenbluttherapie mit plättchenreichem Plasma
Die PRP-Therapie (Platelet-Rich Plasma, Eigenbluttherapie) nutzt körpereigene Wachstumsfaktoren aus dem eigenen Blut zur Hautrejuvenation, Haarwachstumsförderung und Geweberegeneration. Da ausschließlich eigenes Blut verwendet wird, ist das Risiko von Unverträglichkeiten minimal. PRP gilt als einer der natürlichsten Ansätze in der ästhetischen Medizin.
Wie funktioniert PRP?
- Blutentnahme: Dem Patienten werden 10–60 ml Eigenblut entnommen (je nach Indikation)
- Zentrifugation: Das Blut wird bei hoher Geschwindigkeit zentrifugiert – Blutplättchen (Thrombozyten) konzentrieren sich im sogenannten "buffy coat"
- Anreicherung: Das plättchenreiche Plasma enthält 5–10× mehr Wachstumsfaktoren (PDGF, VEGF, TGF-β, IGF-1) als normales Blut
- Applikation: Das PRP wird in die Haut injiziert (Mesotherapie-Technik) oder in die Kopfhaut (bei Haarausfall)
Anwendungsgebiete
Hautrejuvenation (Gesicht)
PRP verbessert Hautelastizität, Feuchtigkeit, Textur und Strahlkraft. Geeignet für müde, fahle Haut, feine Linien und erste Zeichen der Hautalterung. Häufig kombiniert mit Hyaluronsäure-Fillern oder Microneedling (sog. "Vampire Facial").
Haarausfall (androgenetische Alopezie)
PRP in die Kopfhaut injiziert stimuliert schlafende Haarfollikel und verlängert die Wachstumsphase (Anagenphase). Studienlage zeigt positive Effekte bei androgenetischer Alopezie, besonders in frühen Stadien. Kann mit Haartransplantation kombiniert werden.
Narbenbehandlung
PRP fördert die Kollagensynthese und Geweberemodeling in Narben (Aknenarben, chirurgische Narben). Oft kombiniert mit Microneedling oder Laser für beste Ergebnisse.
Gelenkbehandlung (orthopädisch)
Orthopädische PRP-Behandlung bei Arthrose, Sehnenproblemen und Sportverletzungen ist ein eigenständiges medizinisches Feld (nicht ästhetisch).
PRP vs. andere Rejuvenationsverfahren
| Methode | Wirkung | Invasivität | Kosten |
|---|---|---|---|
| PRP | Kollagenstimulation, Feuchtigkeitsverbesserung | Injektionen | 300–600 €/Sitzung |
| Hyaluronsäure | Volumen, Feuchtigkeit | Injektionen | 300–800 € |
| Microneedling | Kollagenstimulation, Textur | Micro-Needles | 150–300 € |
| RF-Microneedling | Straffung, Kollagen | Micro-Needles + RF | 400–900 € |
| Skinbooster | Tiefe Hydration | Injektionen | 250–500 € |
Kosten der PRP-Therapie
| Behandlung | Kosten pro Sitzung |
|---|---|
| PRP Gesicht (Rejuvenation) | 300–500 € |
| PRP Kopfhaut (Haarausfall) | 300–600 € |
| PRP + Microneedling (Vampire Facial) | 400–700 € |
| 3er-Paket Gesicht | 750–1.300 € |
| 3er-Paket Kopfhaut | 800–1.500 € |
PRP-Behandlungen werden von der Krankenkasse nicht übernommen. Bei orthopädischen Indikationen kann je nach Kassenart und Befund ein Antrag gestellt werden.
Ablauf einer PRP-Behandlung
- Beratung: Indikation prüfen, Behandlungsplan erstellen
- Vorbereitung: Betäubungscreme 30–45 Minuten vor der Behandlung
- Blutentnahme: 10–30 ml Blut aus der Armvene
- Zentrifugation: 8–12 Minuten bei ca. 3.000 rpm
- Injektion: Systematische Injektionen in die Behandlungszone (30–45 Minuten)
- Direkt danach: Leichte Rötung und Schwellung für 24–48 Stunden
Risiken und Nebenwirkungen
- Rötung, Schwellung und leichte Blutergüsse an Injektionsstellen (kurzzeitig)
- Schmerzen bei der Blutentnahme (minimal)
- Infektion (sehr selten bei steriler Durchführung)
- Keine allergischen Reaktionen (körpereigenes Material)
- Theoretisches Risiko: Übertragung von Krankheitserregern (nur bei unsachgemäßer Handhabung)
Häufige Fragen zur PRP-Therapie
Wie viele PRP-Sitzungen sind nötig?
Für optimale Ergebnisse werden in der Regel 3 Sitzungen im Abstand von 4–6 Wochen empfohlen, gefolgt von einer Erhaltungssitzung alle 6–12 Monate. Bei Haarausfall sind 3–6 Sitzungen für einen messbaren Effekt nötig.
Wann sieht man die Ergebnisse der PRP-Behandlung?
Erste Verbesserungen in Hauttextur und Strahlkraft zeigen sich nach 4–8 Wochen. Das volle Ergebnis ist nach 3–6 Monaten sichtbar, da Kollagenaufbau Zeit benötigt. Bei Haarausfall sind messbare Ergebnisse (Haaranzahl, -dichte) nach 4–6 Monaten zu erwarten.
Kann PRP mit anderen Behandlungen kombiniert werden?
Ja. PRP wird häufig kombiniert mit Microneedling (Vampire Facial), Hyaluronsäure-Fillern, Lasertherapie und RF-Microneedling. Die Kombination potenziert die Wirkung beider Verfahren und bietet synergistische Effekte.
Wer ist kein geeigneter Kandidat für PRP?
Kontraindikationen sind aktive Infektionen im Behandlungsbereich, Gerinnungsstörungen oder Antikoagulanzientherapie, Thrombozytopenien, akute Entzündungserkrankungen sowie Schwangerschaft und Stillzeit.
Verwandte Verfahren: Mesotherapie – weitere Injektionsbehandlung zur Hautverjüngung | Narben entfernen.
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